Sport

„Schockiert und sprachlos“

Archivartikel

Uwe Gensheimer war an der Trainer-entscheidung beim DHB nicht beteiligt

Immerhin wurde Uwe Gensheimer als Kapitän der Handball-Nationalmannschaft als einer der ersten informiert. Der Mannheimer bekam am Donnerstagnachmittag einen Anruf und streute die Nachricht über die Entlassung von Bundestrainer Christian Prokop über die WhatsApp-Gruppe der DHB-Auswahl. In den überraschenden Schritt der DHB-Führung war der Weltklasse-Linksaußen der Rhein-Neckar Löwen allerdings zu keiner Zeit eingebunden.

Herr Gensheimer, waren Sie als Kapitän der Nationalmannschaft in irgendeiner Weise in die Abläufe involviert?

Uwe Gensheimer: Nein, ich habe am Donnerstagnachmittag um kurz nach 15 Uhr einen Anruf von Sportvorstand Axel Kromer erhalten. Ich war schockiert und auch ein Stück weit sprachlos, weil es null Anzeichen dafür gab. Auch zum Ende des Turniers hin nicht. Deshalb war ich da extrem überrascht.

Haben Sie eine Vorstellung, was in den letzten Tagen für den Stimmungsumschwung gesorgt haben könnte?

Gensheimer: Nein. Mehr als die Nachricht habe ich nicht bekommen. Offenbar gab es eine Präsidiumssitzung, die – aus welchen Gründen auch immer – dazu geführt hat, dass der Trainer freigestellt wurde.

Ist es für Sie nachvoll- ziehbar, dass in so einer wichtigen Frage maßgebliche Spieler nicht miteinbezogen wurden?

Gensheimer: Nein, auch deshalb war ich überrascht. Wir haben ja auch während der EM mehrfach gesagt, dass wir mit Christian Prokop sehr gut klarkommen und dass wir an unsere gemeinsame Arbeit glauben. Umso weniger Verständnis habe ich jetzt dafür – unabhängig davon, wer jetzt der Nachfolger ist. Aber die Art und Weise, wie das alles vonstattengegangen ist, war sicher nicht ganz okay. th (Bild: dpa)

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