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Fußball SV Sandhausen verteilt beim 0:3 gegen Absteiger Hamburger SV Gastgeschenke

Schuhens schlimmer Nachmittag

Sandhausen.Der SV Sandhausen war gestern ein freundlicher Gastgeber. Erst gab’s für die Fans des Hamburger SV Freibier, dann folgten die Geschenke auf dem Rasen: Denn beim 0:3 (0:2) luden die Hausherren ihre Kontrahenten förmlich zum Toreschießen ein. Und so feierte der Absteiger seinen ersten Sieg in der 2. Fußball-Bundesliga, während der SVS mit null Punkten am Tabellenende bleibt.

Pechvogel des Tages war Sandhausens Torhüter Marcel Schuhen, der beim 0:1 und 0:3 der Vorlagengeber für die Hansestädter und insbesondere für Khaled Narey war, der sich treffsicher für die Geschenke bedankte. Vor allem das 0:1 nach gerade mal sieben Minuten warf die taktischen Pläne der bis dahin ordentlich agierenden Sandhäuser über den Haufen und spielte den Hamburgern in die Karten. „Wir wollten das Spiel lange offenhalten“, sagte Kenan Kocak: „Aber solche Fehler kann man nicht verkraften.“

Titz gibt Kasten Bier aus

Sandhausens Trainer hatte vor der Partie Spieler gesucht, „die den HSV unbedingt schlagen wollen“. So nahm er gegenüber der etwas unglücklichen Niederlage bei Greuther Fürth (1:3) drei Änderungen vor: Leart Paqarada, Kevin Behrens und Kapitän Stefan Kulovits begannen für Philipp Förster, Markus Karl und Erik Zenga. Doch alle Hoffnungen der Hausherren platzten vor ausverkauftem Haus schon früh: Narey nutzte einen schwachen Abschlag von Torhüter Marcel Schuhen und tunnelte diesen auch noch zum 0:1.

Der HSV-Neuzugang war der auffälligste in der Offensivabteilung der Gäste, mit der sich die Sandhäuser Abwehr schwertat und mehrmals gedanklich und physisch zu langsam war. So entstand auch das 0:2 per Kopfball durch Abwehrkante Rick van Drongelen. Seine wenigen Einschussmöglichkeiten ließ der insgesamt zu zaghafte SVS ungenutzt: Die beste Chance hatte der durchaus überzeugende Neuzugang Kevin Behrens (39., zielte aber direkt auf HSV-Keeper Pollersbeck.

In der zweiten Hälfte stellte Kocak auf Dreierkette um. Der gewünschte Effekt stellte sich aber nicht ein. Mehr als eine vier-, fünfminütige Drangphase sprang nicht heraus. Im Gegenteil: In der 59. Minute verteilte Schuhen das nächste Gastgeschenk: Erneut Narey erlief den schlampigen Pass des Torhüters und schob den Ball zum 0:3 ins leere Tor. „Wir wollten gute Gastgeber sein, aber wenn der Schiedsrichter anpfeift, muss damit eigentlich Schluss sein“, ärgerte sich Sandhausens Präsident Jürgen Machmeier: „Wenn du gegen den HSV zwei Eigentore machst, musst du dich nicht wundern.“

HSV-Trainer Christian Titz analysierte bei seiner Rückkehr an den Hardtwald – er hatte hier einst in der C-Jugend gekickt – den Sieg anfangs recht nüchtern: „Wir wissen, dass der erste Sieg in einer Saison ein sehr wichtiger Sieg ist, weil er dir Selbstvertrauen gibt – und dann auch ein Stück weit die Leichtigkeit des Seins zurückkommt“, sagte der Coach.

Zuvor hatte er aber seiner Mannschaft einen Kasten Bier ausgegeben – die Erleichterung nach der Auftaktniederlage war doch groß.