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Radsport Roglic und Pogacar hängen Konkurrenz ab

Slowenische Festspiele bei der Tour

Archivartikel

Grand Colombier.Als sich die slowenischen Stars Primoz Roglic und Tadej Pogacar auf dem großen Podium in 1501 Metern Höhe abwechselnd die vielen Ehrungen abholten, war der geschlagene Titelverteidiger Egan Bernal bereits auf dem Weg ins Tal. Beim Doppelsieg des wie entfesselt fahrenden Slowenien-Express’ war der kolumbianische Champion von 2019 der große Verlierer. 7:20 Minuten – eine halbe Ewigkeit im Radsport – kassierte Bernal am Sonntag auf den verwaisten Rampen des Grand Colombier auf Tagessieger Pogacar und Gelbträger Roglic und büßte alle Chancen auf den Gesamtsieg der 107. Tour de France ein.

Alles läuft auf einen Zweikampf der Slowenen hinaus. Pogacar rückte nach der 15. Etappe in der Gesamtwertung dank der Bonussekunden bis auf 40 Sekunden an Spitzenreiter Roglic heran und zeigte sich in Angriffslaune: „Im Moment scheint er nicht zu stoppen zu sein. Aber vielleicht gibt es einen Tag, an dem er Schwächen zeigt“, meinte Pogacar. Zuvor hatte der 21-jährige Tour-Debütant bei der ungewöhnlichen Kletterpartie über 17,4 Kilometer mit durchschnittlich 7,1 Prozent Steigung, bei der wegen der Corona-Pandemie keine Zuschauer erlaubt waren, seinen Landsmann kurz vor dem Zielstrich noch übersprintet.

Auch Quintana abgehängt

Roglic bleibt im Gesamtklassement aber in Führung, den kleinen Sekundenverlust kann der frühere Skispringer verschmerzen. „Wir sind da, wo wir sein wollen. Wir haben die Etappe beherrscht. Ich muss den Hut vor meiner Mannschaft ziehen“, sagte Roglic. Der 30-Jährige zeigt mit seinem Super-Team Jumbo-Visma bislang keine Schwäche.

Die kolumbianischen Kletterstars um Bernal sind dagegen zunehmend demoralisiert. Auch der zweimalige Tour-Zweite Nairo Quintana verlor fast vier Minuten. „Ich kümmere mich nicht um die Anderen. Ich schaue nur auf mich. Das ist die Taktik“, sagte der wortkarge Roglic.

Die deutschen Asse spielten beim Schlagabtausch zur „Pyramide von Bugey“ hinauf nur eine Nebenrolle. Emanuel Buchmann hat immer noch nicht sein altes Niveau erreicht und konnte im Kampf um den Tagessieg nicht eingreifen. Auch von Lennard Kämna gab es nach dem „Kraftakt“ der letzten beiden Tage keine Heldentaten zu sehen. 

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