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Fußball Winter-Zugang Munas Dabbur beweist beim Pokal-Aus der TSG Hoffenheim in München seine Torjäger-Qualitäten

Späte Lichtblicke

Archivartikel

München.Dass der FC Bayern in der Schlussphase des Pokal-Duells mit der TSG Hoffenheim noch einmal zittern musste, lag vor allem an Munas Dabbur. Der Winterzugang vom FC Sevilla zeigte beim 3:4 in der Münchner Arena erstmals so richtig, was in ihm steckt. Bei seinen ersten beiden Treffern (82./90.+2) im Trikot der Kraichgauer vollstreckte der israelische Nationalspieler eiskalt. „Munas ist ein intelligenter Spieler, der im Strafraum immens gefährlich ist. Das hat er bewiesen“, lobte TSG-Trainer Alfred Schreuder und ergänzte mit Blick auf das Bundesliga-Match beim SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr):. „Wir müssen ihn aber vorsichtig aufbauen. Er hat bei seinem alten Verein wenig gespielt, drei Partien in einer Woche sind zu viel.“

Der Niederländer weiß, dass Dabbur – der gegen die Bayern ab der 70. Minute für Ihlas Bebou kam – noch Steigerungspotenzial hat. In der 87. Minute vergab der Angreifer per Kopf eine Riesen-Chance für einen weiteren Treffer. „Da war er völlig frei“, haderte Schreuder ein wenig mit seinem Joker. „Ich bin natürlich stolz über meine ersten Tore für die TSG. So richtig freuen kann ich mich über den Doppelpack angesichts der Niederlage aber nicht“, räumte Dabbur ein. „Immerhin habe ich jetzt nach meiner verpatzten Großchance gegen Leverkusen den Kopf frei. Ich gebe mein Bestes, um meine Leistung zu wiederholen.“

Ein möglicher Last-Minute-Ausgleich wäre trotz des bayrischen Schlendrians nach der 4:1-Führung unter dem Strich zu viel des Guten gewesen. Das räumte auch Schreuder ein: „Der FC Bayern hat verdient gewonnen. Uns hat nach der Führung der Mut gefehlt. Wir hatten dazu ein paar schwache Momente in der Defensive, die Gegentore sind zu einfach gefallen.“

Hübner als Unsicherheitsfaktor

In der Tat fehlte nach der frühen Führung durch das Eigentor von Jerome Boateng (8.) in der Abwehr ein ums andere Mal die nötige Konzentration. Vor allem Kapitän Benjamin Hübner erwischte einen schwarzen Tag. Negativer Höhepunkt für den Innenverteidiger war sicher sein Eigentor (13.), doch auch bei den weiteren Münchner Treffern durch Thomas Müller (20.) und Robert Lewandowski (36./80.) sah Hübner nicht gut aus. Auf öffentliche Kritik an seiner Führungsfigur verzichtete Schreuder. „In der zweiten Halbzeit war er besser, beim zweiten Bayern-Treffer gab es ein Kommunikationsproblem zwischen Philipp Pentke im Tor und Benni“, kommentierte der Coach auf Nachfrage lediglich. Nach der Machtdemonstration des Rekordmeisters, der mit der TSG über weite Strecken Katz’ und Maus spielte, steigerte sich sein Team immens. „Im zweiten Abschnitt haben wir es extrem besser gemacht. Dafür muss ich meine Jungs loben“, sagte Schreuder zurecht zur starken Reaktion seiner Elf.

Der unerklärliche Einbruch der Auswahl von Hansi Flick, die in Gedanken schon beim Liga-Gipfel gegen RB Leipzig war, begünstigte die Hoffenheimer Aufholjagd. „Die Intensität in unserem Spiel war nicht mehr so hoch. Daher hat Hoffenheim die eigene Qualität besser ausspielen können“, erklärte Flick, der die Arbeit seines Trainerkollegen ausdrücklich lobte: „Alfred macht das sehr gut.“ Der 47-Jährige gab die Komplimente gerne zurück („Hansi macht einen sehr guten Job“) und versuchte, bei seiner abschließenden Analyse die bestehenden Kräfteverhältnisse hervorzuheben. „Man kann nicht alles gewinnen. Wir haben bei einer europäischen Spitzenmannschaft gespielt. Jetzt gilt der Fokus der Liga. Ich habe viel Vertrauen in die Jungs“, betonte Schreuder.

TSG-Premiere von Bruun Larsen

Der im Endspurt gezeigte Mut und Wille soll zum Abschluss der englischen Woche neue Energie geben. Eine wichtige Rolle dabei ist dem zweiten neuen Angreifer zugedacht. Jacob Bruun Larsen durfte bei seiner TSG-Premiere über 70 Minuten ran – und deutete nach lediglich zwei Trainingseinheiten mit den neuen Kollegen seine Qualitäten an. „Das war in Ordnung, man hat sein Tempo gesehen“, berichtete Schreuder, der vom Potenzial des Dänen überzeugt ist. Der ehrgeizige Ex-Dortmunder selbst ordnete den Matchverlauf richtig ein: „An einem perfekten Tag können wir fünf Tore machen. Die Bayern hatten aber auch viele Chancen.“ Sein Offensivkollege Dabbur forderte mit Blick auf die nächste Aufgabe in Freiburg: „Ich bin traurig, dass wir verloren haben. Wir müssen in den nächsten Spielen von Beginn an so auftreten wie in der Schlussphase beim FC Bayern.“

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/hoffenheim

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