Sport

Corona Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten sehen keinen Spielraum für frühere Öffnungen / Verbot von Großveranstaltungen sogar bis Jahresende möglich

Spitzensport ohne Fans mindestens bis November

Archivartikel

Berlin.Markus Söder schaute ernst, dann verkündete der CSU-Chef die schlechten Nachrichten für die Fußball-Bundesliga und den deutschen Spitzensport. Wegen der angespannten Pandemie-Lage in Deutschland wird es vor November keine größere Fan-Rückkehr in die Stadien und Hallen geben. Söders Zusatz, eine Teil-Zulassung sei vielleicht „vor Weihnachten“ möglich, dürfte nur ein schwacher Trost sein. Zumal ab dem 1. Oktober schärfere Corona-Regeln für Reiserückkehrer aus Risikogebieten gelten, was vor allem den Profi-Fußball vor neue Probleme stellen könnte.

„Corona ist wieder voll da in Deutschland, deswegen müssen wir uns dieser Situation stellen“, sagte der bayerische Ministerpräsident nach dem mehr als fünfstündigen Polit-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs am Donnerstag in Berlin. Es sei daher „nicht sinnvoll“, die Bundesliga-Saison 2020/21 Mitte September mit Zuschauern zu starten. „Es wäre mit einer steigenden Infektionszahl ein falsches Signal“, betonte Söder.

„Stück weit auf Sicht“

Bei der Videokonferenz einigte sich die Runde daher darauf, dass eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien in den kommenden beiden Monaten einen Vorschlag für den Umgang mit Fans bei bundesweiten Sportveranstaltungen erarbeiten soll. Söder stellte zumindest in Aussicht, dass durch die Arbeitsgruppe „kleine, schrittweise Möglichkeiten“ vereinbart werden könnten, eben vor Weihnachten. „Da gibt es schon eine Perspektive, allerdings nicht, dass die Stadien alle wieder voll werden.“ In erster Linie müsse man die Entwicklung der Infektionszahlen im Blick behalten. „Da muss schon ein Stück auf Sicht fahren“, so Söder.

Generell sollen Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, sogar mindestens bis Ende Dezember 2020 nicht stattfinden. Der Profifußball ist davon jedoch nicht betroffen, da er sowohl ein schlüssiges Hygienekonzept erarbeitet hat als auch eine Kontaktverfolgung, beispielsweise über personalisierte Tickets gewährleisten kann. Die Einsetzung der Arbeitsgruppe bremst die Branche bei der angestrebten Teilzulassung von Zuschauern aber vorerst aus.

Die Einschränkungen treffen neben den Fußballclubs von der Bundesliga bis zur Regionalliga auch die Spitzenvereine im Handball, Basketball und Eishockey sowie weitere stark von Zuschauer-Einnahmen abhängige Sportarten empfindlich. Die Bundesligasaison im Handball soll am 1. Oktober beginnen, die Basketballer und die Kufen-Cracks in der Deutschen Eishockey-Liga wollen im November in die Spielzeit 2020/21 starten – jeweils mit Zuschauern. Inwieweit schon vor dem 31. Oktober zumindest einige Hundert Fans zugelassen werden, blieb zunächst offen. 

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