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European Championships In Berlin und Glasgow finden ab dem 2. August sieben Europameisterschaften gleichzeitig statt

Sportarten wollen vor allem mehr Präsenz

Archivartikel

Berlin/Glasgow.Ein neuer Multi-Event soll vom 2. bis 12. August die Sport-Fans in seinen Bann ziehen. Die European Championships in Glasgow und Berlin gelten als Klein-Olympia des Kontinents und stellen ein Projekt da, wie Europameisterschaften in sieben Sportarten und 13 verschiedenen Disziplinen zeitgleich unter einen Hut gebracht werden können.

Was sind die European Championships?

Im Prinzip ist es eine Bündelung von sieben Europameisterschaften in den Sportarten Leichtathletik, Schwimmen, Turnen, Radsport, Triathlon, Rudern und Golf innerhalb von elf Tagen. Nur die Leichtathletik-Europameisterschaft findet im Berliner Olympiastadion statt, alle anderen Titelkämpfe in Glasgow und Umgebung. Insgesamt kämpfen vom 2. bis 12. August über 4500 Sportlerinnen und Sportler aus 52 Nationen in beiden Städten um 188 Medaillensätze.

Was sind die Gründe, ein solches Format zu starten?

Die Europameisterschaften in den traditionellen olympischen Sporarten haben eine lange Tradition. Wegen der immer stärkeren Dominanz des Fußballs im TV sollen die European Championships nun dazu beitragen, das Interesse an den einzelnen Sportarten wieder zu erhöhen. „Wir wollen einen Sportanlass schaffen, der die Europameister aufwertet und den die Zuschauer unbedingt in den Medien und vor Ort verfolgen wollen“, sagt der Geschäftsführer der European Championships, Marc Jörg (Schweiz). „Das Ganze ist größer als die Summe der Teile.“

Wann entstand der Gedanke an ein solches Multi-Event?

Seit mehr als zehn Jahren gibt es in europäischen Verbänden das Vorhaben einer Bündelung der Titelkämpfe. Seit 2011 beschäftigt man sich konkret mit dem Projekt, das sich in ähnlicher Form auf anderen Kontinenten – wie bei den Asienspielen oder den Pan American Games – großer Resonanz erfreut.

Warum werden die European Championships in zwei Städten ausgetragen?

Ursprünglich war nur ein Austragungsort das Ziel. Doch unterschiedliche Interessen der Verbände, Vermarktungsstrategien und TV-Verträge führten zu der jetzigen Kompromisslösung mit Berlin und Glasgow. Eigentlich wollten mehr europäische Sport-Verbände mit ins Boot, hatten aber zum Start des Pilot-Projekts schon fest fixierte Austragungsorte oder Fernseh-Verträge. Es ist durchaus denkbar, dass bei einem Erfolg der Premiere künftig noch mehr Sportarten bei den European Championships zur Austragung kommen.

Kann Glasgow ein solches Multi-Event überhaupt stemmen?

Mit der exzellenten Durchführung der Commonwealth Games 2014 und der Turn-WM 2015 hat die schottische Metropole bewiesen, dass sie Potenzial für eine solche Massen-Veranstaltung hat. Organisation und Logistik sollten kein Problem sein. Ein Problem waren aber die Zeitpläne, damit sich die Entscheidungen in den verschiedenen Disziplinen nicht überschneiden.

Was erhoffen sich die veranstalteten Verbände?

„EM im Rahmen von Multisport-Meisterschaften werden mehr Sichtbarkeit haben und von mehr Zuschauern besucht werden“, sagt Georges Guelzec, der Präsident der Europäischen Turn-Union.

Welche TV-Quoten werden erwartet?

Die Planungen der Fernsehsender zeigen, dass diese Spiele zu deutlich mehr Übertragungsstunden mit höherer Reichweite und rund 1,3 Milliarden potenziellen TV-Zuschauern führen. ARD und ZDF planen mit über 100 Sendestunden und zusätzlichen Onlineangeboten.