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Basketball Kurz vor der WM besiegt die deutsche Auswahl Tunesien und nährt Medaillenhoffnungen

Starker Asien-Start

Archivartikel

Tokio.Müde von der Zeitumstellung, aber erleichtert über den geglückten Asien-Start klatschten die deutschen Basketballer um NBA-Star Dennis Schröder miteinander ab. Mit einem dominanten ersten Auftritt in der imposanten Olympia-Arena von Saitama heizte das Team von Bundestrainer Henrik Rödl nur 30 Stunden nach der Landung in Japan die WM-Hoffnungen weiter an. Beim 89:70 (42:35) über Afrikameister Tunesien wahrten die Korbjäger am Freitag nahe Tokio ihre perfekte Test-Bilanz, eine Verletzung von Aufbauspieler Maodo Lo trübte allerdings die Stimmung. Der Schröder-Ersatzmann vom FC Bayern knickte im zweiten Viertel um, humpelte mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Parkett und kehrte nicht wieder zurück.

Sorgen um Maodo Lo

„Ich weiß noch nicht, wie schlimm es ist“, sagte Rödl über den Schreckmoment. „Wir werden es sehr gut behandeln und gucken, wie es sich gestaltet. Ich hoffe, dass alles gut geht und er dann für die WM wieder fit ist.“

Beim fünften Sieg im fünften Vorbereitungsspiel auf die Weltmeisterschaft in China (31. August - 15. September) zeigte die Auswahl des Deutschen Basketball Bunds nach einer Schwächeperiode in der ersten Halbzeit eine starke Teamleistung. Kapitän Robin Benzing kehrte nach einer Knieverletzung und einer Auszeit beim Supercup in Hamburg zurück. Neben Schröder mit 14 Punkten überzeugten auch Andreas Obst (17) sowie Paul Zipser und Maximilian Kleber (jeweils 15). „Es fühlt sich gut an, wenn endlich ein paar reingehen“, sagte Flügelspieler Obst über seine Karriere-Bestleistung im Nationaltrikot. „Wir haben uns durchgebissen und auch im Schlussviertel noch Energie aufs Feld gebracht.“

Am Samstag steht in Japan ein weiterer Test gegen den Gastgeber an, anschließend will Rödl vor der Abreise nach China den endgültigen WM-Kader benennen und dafür noch einen letzten Spieler streichen. Gegen Tunesien kam NBA-Youngster Isaac Bonga nicht zum Einsatz. „Morgen geht es gegen Japan gegen einen stärkeren Gegner“, sagte Rödl. „Wir sind gefordert worden, waren müde von der Reise, jetzt sollte es draußen sein, morgen sollte es besser sein.“

Bestens aufgestellt

Angesichts der international schwächeren Testgegner äußerte Marko Pesic, Geschäftsführer des FC Bayern, zwar ein „bisschen Sorgen“. Ansonsten sieht er das deutsche Team für die WM aber bestens aufgestellt. „Alles andere ist gut genug, um ins Viertelfinale zu kommen“, sagte der 42-Jährige, der 2002 WM-Bronze und 2005 EM-Silber gewann. „Wenn man im Viertelfinale ist, das haben wir in der Vergangenheit gezeigt, kannst du alles gewinnen.“

Nur gut einen Tag nach der Ankunft zeigte das Team von Rödl zunächst noch keine Anpassungsschwierigkeiten. Schröder lenkte den deutschen Angriff, ohne aber wie zuletzt bei seinem 33-Punkte-Auftritt gegen Polen zum Abschluss des Titelgewinns beim Supercup völlig zu dominieren. Vor allem mit Lob-Anspielen setzte der Aufbauspieler seine Teamkollegen wie Daniel Theis und Kleber sehenswert in Szene.

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