Sport

Die Stadien Neue Arenen und komplett erneuerte Sporttempel bilden einen milliardenschweren Rahmen für die WM-Spiele 2018

Sündhaft teuer, mit Skandalen behaftet

Moskau.64 Spiele, 12 Stadien, 11 Städte: Russland hat für die Fußball-Weltmeisterschaft neue Arenen gebaut und historische Sporttempel erneuert. Ein Überblick über die WM-Stadien:

Moskau, Luschniki-Stadion, 80 000 Zuschauer: Es ist das Herz der WM. Die historische Fassade aus den 1950er Jahren ist erhalten geblieben, der Rest der Arena am Moskwa-Ufer wurde entkernt und hochmodern wieder aufgebaut. Das Stadion war Schauplatz der Olympischen Spiele von 1980. Im Luschniki eröffnet die russische Sbornaja am 14. Juni die WM gegen Saudi-Arabien, am 15. Juli wird hier der neue Weltmeister gekürt. Deutschland bestreitet hier sein erstes Gruppenspiel gegen Mexiko.

Moskau, Spartak-Stadion, 45 000 Zuschauer: Die Arena auf einem ehemaligen Flugfeld wurde schon für den Confed Cup neu gebaut. Moskaus populärster Club Spartak spielt hier seine Heimspiele. Am Eingang steht eine riesige Spartakus-Statue.

Kasan, Kasan-Arena, 45 000 Zuschauer: Die neue Multifunktionsarena wurde schon beim Confed Cup erfolgreich getestet. Bei der WM spielt Deutschland hier gegen Südkorea. 2015 fand in Kasan die Schwimm-WM statt. Das Stadion ist der Heimspiel-Ort des Erstligisten Rubin Kasan.

Sotschi, Fischt-Stadion, 48 000 Zuschauer: Das Olympiastadion in Sotschi wurde für die WM zu einer Fußball-Arena umgebaut. Die Fischt-Arena mit dem Flügeldach hat einen Blick aus Schwarze Meer und war Hauptspielort der DFB-Elf beim Confed Cup. Auch bei der WM kickt Deutschland hier in der Vorrunde gegen Schweden.

St. Petersburg, St.-Petersburg-Stadion, 67 000 Zuschauer: Eine Skandal-Arena und zugleich ein beeindruckendes Bauwerk. Die Baukosten liegen angeblich bei fast einer Milliarde Euro. Ein Politiker wurde wegen Korruption verurteilt. Der Einsatz nordkoreanischer Arbeiter empörte.

Jekaterinburg, Jekaterinburg-Arena, 35 000 Zuschauer: Rund um die neo-klassizistische Fassade der alten Arena wurde das neue Stadion gebaut. Markant an diesem Bau sind die beiden Hinter-Tor-Tribünen, die aus dem Rund herausragen und nach der Weltmeisterschaft abgebaut werden sollen.

Kaliningrad, Kaliningrad-Stadion, 35 000 Zuschauer: Der Neubau auf der Oktjabrski-Insel machte lange Probleme. Er ist auf Sand gebaut. Die Gegend um die Arena soll nach der WM mit Wohnkomplexen und Einkaufszentren urbanisiert werden. Einen Fußball-Top-Club gibt es in der Ostsee-Metropole, dem ehemaligen Königsberg, nicht.

Nischni-Nowgorod, Nischni-Nowgorod-Stadion, 45 000 Zuschauer: Am Zusammenfluss von Wolga und Oka wurde der futuristische Neubau errichtet, der Wasser und Wind symbolisiert. Einen Top-Club für die Nachnutzung gibt es nicht.

Rostow, Rostow am Don-Arena, 45 000 Zuschauer: Direkt am Ufer des Don liegt die neue Arena. Das Dach des Neubaus soll den Flusslauf symbolisieren. Nach der WM spielt hier der FK Rostow, der in der Champions League schon die Bayern schlagen konnte.

Samara, Samara-Arena, 45 000 Zuschauer: Das ehrgeizige Bauprojekt im Wald vor den Toren der Stadt hinkte lange hinter dem Zeitplan hinterher. Die künftige Heimstätte des Zweitligisten Krylja SowetowSamara sieht aus wie eine Schildkröte.

Saransk, Mordwinien-Arena, 45 000 Zuschauer: Am Stadtrand von Saransk wurde der Neubau im Jahr 2010 gestartet, zum 1000. Jubiläum der Vereinigung von mordwinischer und russischer Bevölkerung. Nach der WM gibt es einen Rückbau der Arena zugunsten von Tennis- und Volleyballfeldern.

Wolgograd, Wolgograd-Arena, 45 000 Zuschauer: Ein emotionaler WM-Spielort. Am Ufer der Wolga entstand das neue Stadion vor der Kulisse des Kriegsmahnmals „Mutter Heimat ruft“. Beim Bau wurden Gebeine von Soldaten der Schlacht im 2. Weltkrieg gefunden. dpa