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Radsport Waliser baut Gesamtführung aus / Peter Sagan humpelt nach Sturz zur Trikot-Zeremonie

Thomas bleibt vorsichtig

Archivartikel

Saint-Lary-Soulan.Jetzt trennen Geraint Thomas bei der Tour de France nur noch eine Pyrenäen-Kletterei und ein Zeitfahren vom größten Triumph im Radsport. Nach einer Machtdemonstration auf der brandgefährlichen Mini-Etappe hoch zum Col du Portet schnaufte der Waliser im Gelben Trikot am Mittwoch erschöpft, aber glücklich aus, als er seine Führung in der Gesamtwertung ausgebaut und die Hierarchie im Team Sky endgültig geregelt hatte. Durch den Einbruch seines nominellen Kapitäns und Seriensiegers Chris Froome kurz vor dem Ziel ist Thomas die größte Bürde los und kann sich allmählich auf die glorreiche Siegerparade in Paris am Sonntag freuen.

Lob vom Kapitän

„So ist der Radsport, so ist die Tour, so etwas passiert“, sagte der geschlagene und bald entthronte Froome, als er sich auf 2215 Metern Meereshöhe ein Lächeln abrang. Sein Teamkollege sei „exzellent gefahren, ich glaube er wird auch in Paris das Gelbe Trikot tragen“.

Thomas stand so beseelt wie noch nie bei dieser 105. Tour auf dem Siegerpodest, lehnte voreilige Glückwünsche aber ab. „Alles kann noch passieren“, sagte der Waliser. „Es war heute sehr schwer, meinen Platz zu verteidigen.“ Das sah man ihn während der nur 65 Kilometer nicht an. Beim Tagessieg des im Gesamtklassement distanzierten Kolumbianers Nairo Quintana vor dem Iren Daniel Martin ließ Thomas seinen ärgsten Rivalen keine Chance und errang sogar noch Platz drei. „Es fühlt sich gut an“, sagte er nach dem Kletter-Sprint über drei Berge.

Vier Tage vor dem Finale auf den Champs-Élysées führt er das Klassement mit 1:59 Minuten Vorsprung auf den neuen Zweitplatzierten Tom Dumoulin aus den Niederlanden an. Froome rutschte auf den dritten Rang, den viermaligen Tour-Champion trennen 2:31 Minuten von Thomas. „Fast zwei Minuten vor dem Zeitfahren sind ein gutes Polster für ihn“, meinte Froome über den Vorsprung seines Kumpels auf Dumoulin. Nach der letzten Bergetappe am Freitag wird die Tour einen Tag später im Kampf gegen die Uhr über 31 Kilometer endgültig entschieden.

Bester Deutscher wurde Simon Geschke auf dem 34. Platz. Peter Sagan stürzte als Träger des Grünen Trikots und erreichte mit Schürfwunden das Ziel. Mit einem bandagierten Bein absolvierte der Slowake das Trikot-Zeremoniell humpelnd und sichtbar mit Schmerzen. dpa