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Olympia Nach der Verschiebung steht das IOC vor großen organisatorischen Herausforderungen / Leichtathletik- und Schwimm-WM für Sommer 2021 geplant

Tokio-Spiele möglicherweise im Frühling

Lausanne.Die Olympia-Macher aktivieren den Notfall-Plan. Nach der beispiellosen Verlegung des größten Sportfests der Welt ins nächste Jahr sind nun sogar olympische Frühjahrsspiele ohne gemeinsames Athletendorf möglich. „Diese verschobenen Olympischen Spiele werden Opfer und Kompromisse von allen Beteiligten erfordern“, mahnte IOC-Präsident Thomas Bach (Bild) am Mittwoch. Ein Krisenteam von Internationalem Olympischen Komitee (IOC) und Gastgeber Japan nimmt am Donnerstag die Arbeit auf und soll dann die gigantischen Folgen der Verschiebung in den Griff bekommen.

Die Task Force erhielt den Namen „Here we go“ (Los geht’s). Doch es dürfte ein schwerer Aufbruch werden, nachdem sich das IOC und Japan er nach wochenlangem Zögern dem Druck der Corona-Pandemie gebeugt und die Spiele verlegt hatten. Es sei „eine qualvolle Entscheidung“ gewesen, bekannte der Chef von Japans Olympischem Komitee, Yasuhiro Yamashita. Der Start des Fackellaufs durch Japan, der für Donnerstag geplant war, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Wohnungen teilweise verkauft

Wann die Flamme ihre Reise fortsetzt, dürfte aber eines der kleinsten Probleme der erstmaligen Verschiebung Olympischer Spiele sein. „Das ist ein großes Puzzle, jedes Teil muss passen. Wenn man ein Teil rausnimmt, ist das ganze Puzzle zerstört. Deshalb beneide ich die Mitglieder dieser Task Force nicht“, sagte Bach.

Die erste Kernfrage dreht sich um den konkreten Termin. „Es ist nicht beschränkt auf die Sommermonate. Alle Optionen bis zum Sommer 2021 liegen auf dem Tisch“, erklärte der 66-Jährige. Auch Olympia im April oder Mai, wenn es in Tokio deutlich kühler ist als im schwülheißen August, ist damit nicht ausgeschlossen. Die Krisenmanager wollen dazu schnell in die Abstimmung mit allen 33 internationalen Sportfachverbänden gehen. Schon am Donnerstag könnte es eine gemeinsame Telefonschalte geben, kündigte der IOC-Boss an. „Das ist der erste Schritt. Dann müssen wir schauen, welche Optionen wir haben.“

Dafür müsse aber auch der weitere Sportkalender betrachtet werden, der Weltmeisterschaften in den Kernsportarten Leichtathletik und Schwimmen beinhaltet. „Wir sollten zu einer Lösung so bald wie möglich kommen“, sagte Bach. Die Wahl des Termins müsse aber überlegt sein.

Auch an Grundpfeilern wie einem Olympischen Dorf könnte die Task Force rütteln. Bach wollte nicht garantieren, dass die 11 000 Sportler und ihre Betreuer bei Olympia sowie später die 4400 Paralympics-Teilnehmer wie gewohnt in einem eigenen Viertel wohnen. Die mehr als 5000 Wohnungen des Dorfs sollten nach den Sommerspielen und den Paralympics in diesem Jahr an private Eigentümer übergeben werden und sind zum Teil schon verkauft.

„Wir tun, was wir können, damit es ein Olympisches Dorf gibt. Dort schlägt normalerweise das Herz der Spiele. Aber es ist eine beispiellose Herausforderung.“ Athleten müssten sich voraussichtlich an andere Bedingungen anpassen, warnte Bach. Zuvor hatte er in einer an die Sportler gerichteten Video-Botschaft gesagt: „Ich kann keine idealen Lösungen versprechen, aber ich kann versprechen, dass wir die bestmöglichen Spiele haben werden.“

Britta Heidemann erwartet noch mehr Komplikationen. „Es müssen einfach tausende neue Absprachen und Regelungen getroffen werden“, sagte die 37-Jährige, die Mitglied der Athletenkommission des IOC ist. Sie verwies auch auf Mietverträge für die Infrastruktur wie Stadien und Unterkünfte, die Abstimmung mit TV-Sendern als wichtige Geldgeber oder die Koordination von 80 000 freiwilligen Helfern.

Die Verschiebung war von vielen Athleten herbeigesehnt worden, die nun von der Bürde befreit sind, unter schwierigsten Bedingungen ihre Vorbereitungen auf die Sommerspiele fortsetzen zu müssen. Bach bat die Sportler, an ihrem olympischen Traum festzuhalten und beim Notfallplan mitzuhelfen. „Gebt uns allen Input und alle Informationen, die wir brauchen, um all dies möglich zu machen.“ Olympia könne „ein Fest der Menschheit nach dem Überstehen dieser beispiellosen Coronavirus-Krise“ sein. dpa

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