Sport

Corona-Krise Viele Sportler verlieren Sponsoren

Top-Athleten droht Finanznot

Frankfurt.Die deutschen Spitzenathleten funken SOS. Vielen von ihnen droht existenzielle Not und eine Beeinträchtigung der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2021 in Tokio. Ein Hilferuf von Athletenvertretern angesichts enormer Kürzungen oder Kündigungen von Sponsoren- und Ausrüsterverträgen sowie reduzierter Entlohnung von Clubs als Folge der Corona-Krise hat nun die Politik in Berlin aufgeschreckt.

„Ich hatte das Gefühl, dass man von diesen Zahlen geschockt war. Und selbst ich war erschrocken“, berichtete Nadine Hildebrand, Athletensprecherin der Leichtathleten, von ihrer Präsentation einer Umfrage zur Notlage in ihrer Sportart im Sportausschuss des Bundestages. Danach wurden 23 Prozent der Olympia-, Perspektiv- und Nachwuchskadersportler die Sponsorenverträge gekündigt. 62 Prozent von 357 Athleten hatten sich an der Befragung beteiligt.

Bei 40 Prozent sind die Umfänge der Kontrakte bei Topathleten gekürzt worden, Nachwuchssportler haben Einbußen „teils bis zu 80 Prozent“, sagte die frühere Hürdenläuferin. Für 14 Prozent dieser Kaderathleten sind das „existenzbedrohende Schwierigkeiten“.

Individualsportler ohne Hilfen

Ob und in welchem Umfang Athletenverträge gekürzt oder gekündigt worden sind oder werden, wollte der deutsche Sportartikelhersteller adidas nicht offenbaren. „Wir stehen mit all unseren Partnern in engem Kontakt und werden diese auch in der aktuellen Situation weiterhin unterstützen“, erklärte ein Sprecher. Vertragsdetails würden grundsätzlich nicht öffentlich diskutiert.

Wie den Leichtathleten geht es auch anderen Sportlern. „In Sportarten wie Schwimmen oder Beachvolleyball haben wir ein ähnliches Echo bekommen“, sagte Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland. „Die meisten Athleten sind gewohnt, in Askese zu leben. Unsere Aufgabe ist nun, sie zu bestärken, dass sie das Recht haben, Forderungen zu stellen.“

Während die professionellen Mannschaftssportarten der 2. und 3. Ligen rund 200 Millionen Euro vom Bund für Einnahmeausfälle bekommen, gibt es bisher keine Hilfe für bedürftige Individualsportler. 

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