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Volleyball DVV-Frauen verarbeiten nach verpasstem Halbfinal-Einzug ihren EM-Auftritt

Tränen nach dem Aus

Archivartikel

Lodz.Noch am frühen Morgen nach ihrem tränenreichen EM-Aus reisten die deutschen Volleyballerinnen aus Polen ab. Nach einem dramatischen Kräftemessen mit dem Co-Gastgeber in Lodz mussten Star-Diagonalangreiferin Louisa Lippmann & Co. ihren Traum von einer Medaille begraben. „Es braucht ein paar Tage, man muss das erstmal sacken lassen“, sagte die geknickte Außenangreiferin Jennifer Geerties nach dem verpassten Einzug ins Halbfinale am Mittwochabend. Die Mannschaft könne aber „trotzdem zufrieden sein.“

Nach dem K.o. in fünf Sätzen vergossen die Deutschen Tränen. Mit einer makellosen Bilanz von sechs Siegen bei der Endrunde hatten sie das Minimalziel Viertelfinale erreicht und hofften auf die erste EM-Medaille seit Silber 2013. 9390 Fans in der Atlas-Arena feuerten allerdings vor allem das Heimteam an und buhten die DVV-Frauen beim Aufschlag permanent aus. „Es ist super schwierig mit den Fans im Rücken, die alle für Polen waren“, räumte Mittelblockerin Lisa Gründing ein.

„Bin riesig stolz“

In der aufgeheizten Atmosphäre konnten sich die etwas gehemmter als zuvor auftretenden deutschen Schmetterkünstlerinnen nach einem beeindruckenden Comeback im vierten Satz zwar noch in den Entscheidungsdurchgang retten. Gegen die Aufschlagserie der 2,02 Meter großen polnischen Diagonalangreiferin Magdalena Stysiak, die mit 22 Punkten in der Offensive herausstach, konnte die Annahme aber nichts mehr auszurichten. „Ich bin trotzdem riesig stolz auf diese Mannschaft“, sagte Bundestrainer Felix Koslowski nach dem siebten Spiel innerhalb von 13 Tagen.

Die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) habe einen „unglaublichen Charakter“ gezeigt, deshalb falle sein Fazit auch „sehr positiv“ aus. „Meine Mannschaft hat toll gespielt, super gekämpft.“

Auch Koslowski war jedoch „erstmal traurig“. Die Chance auf die Finalrunde in Ankara mit diesem im Schnitt nicht mal 24 Jahre alten Team war groß. Wie schon zuletzt 2015 und 2017 blieb Koslowskis Mannschaft die Runde der besten Vier verwehrt. Dennoch war die DVV-Führung stolz auf diese entwicklungsfähige Truppe, in der nur Jana-Franziska Poll (31) und Denise Hanke (30) zur Ü-30-Fraktion zählen. „Es war eine Freude euch zuzusehen, macht weiter so“, erklärte Verbandschef René Hecht. Bei der erstmals in vier Ländern ausgetragenen XXL-EM zeigten die Deutschen auch lange XXL-Leistungen.

Zur Aufarbeitung gehört allerdings auch der Leistungsabfall im zweiten und dritten Satz, als Koslowski mehrere Male sehr energisch viel mehr Mut seiner Mannschaft einforderte.

Es gebe dafür „keine Erklärung“, meinte Geerties geknickt, warum das Team vorübergehend leistungsmäßig „runtergefahren“ sei. Aber nicht nur für Koslowski blieb am Ende hängen, dass seine Mannschaft bei dieser Europameisterschaft großen Willen zeigte und nur ein einziges Spiel verloren habe.

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