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Fußball Nach den Medienrechten für die Champions League und die Bundesliga kommen die Länderspiele auf den Markt

Trotz Quoten-Minus begehrt

Frankfurt/Nyon.Wo schauen die Fußballfans die Spiele der deutschen Nationalelf vom nächsten Jahr an? Diese Frage wird in den kommenden Monaten beantwortet, wenn die TV-Sender ihre Angebote bei der Agentur CAA Eleven abgeben. Die in Nyon ansässige Tochter des US-Unternehmens Creative Artists Agency vermarktet im Auftrag der UEFA Pakete, die nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur rund 60 Spiele der DFB-Auswahl bis 2028 enthalten. Das ist das umfangreichste Rechte-Angebot mit deutschen Länderspielen, das es je gab. Und damit dürfte es auch das teuerste werden.

Die ersten Ausschreibungen begannen im Juli vergangenen Jahres, und in Skandinavien hat CAA Eleven bereits mehrere Verträge abgeschlossen. Für den deutschen Markt ist der Start des Bieterprozess offiziell noch nicht eröffnet, aber absehbar. „Einige Rechte sind fällig“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. „Wegen Corona hat sich allerdings einiges verschoben, das gilt auch für diesen Markt.“ Erwartet wird zudem die Ausschreibung des DFB für den Pokalwettbewerb. Die Europäische Fußball-Union UEFA und CAA Eleven bieten gleich mehrere Wettbewerbe zum Verkauf an. Dazu zählen als größte Pakete die Qualifikationsspiele für die Europameisterschaften 2024 und 2028 sowie für die Weltmeisterschaft 2026. Im Angebot sind zudem drei Nations-League-Spielzeiten (2022/23, 2024/25 und 2026/27) sowie die Freundschaftsbegegnungen. Theoretisch kann ein Sender alle Pakete kaufen. Das scheint aber unwahrscheinlich angesichts der Kosten, die auf insgesamt mehr als eine halbe Milliarde Euro geschätzt werden. Zuletzt sah die Verteilung in Deutschland so aus: ARD und ZDF erwarben die Rechte an der Nations League mit zwölf DFB-Spielen. RTL kaufte 28 Freundschafts- sowie Qualifikationspartien der deutschen Mannschaft für EM und WM. Die Länderspiele waren jahrelang Garanten für Top-Quoten, zuletzt sanken die Zuschauerzahlen allerdings deutlich. Durchschnittlich lediglich noch 7,12 Millionen Menschen sahen im Vorjahr die Übertragungen der Löw-Auswahl – nachdem bei den Spielen 2019 noch 8,76 Millionen im Schnitt errechnet worden waren.

ZDF-Sportchef glaubt an Produkt

„Es gab schon erfolgreichere Jahre“, so ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann. „Die Strahlkraft der Nationalelf hat abgenommen. Aber ich bin mir sicher, das kann sich bei der EM schnell wieder drehen, und wir werden hervorragende Zahlen haben.“ Die verschobene EM zeigen in diesem Jahr wieder ARD und ZDF. Die Rechte für die Heim-EM 2024 hatte sich in einem Coup die Telekom gesichert. Das Telekommunikationsunternehmen hat den Verkauf von Sub-Lizenzen angekündigt, doch noch gibt es keinen Abschluss. dpa

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