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Motorsport Frauen-Rennserie „W Series“ beendet erste Saison

Umstrittenes Projekt verschafft sich Respekt

Berlin.Nach der ersten Saison der Frauen-Motorsportserie „W Series“ hat die frühere DTM-Pilotin Ellen Lohr ihre scharfe Kritik an dem umstrittenen Projekt zurückgenommen. „Ich habe meine Meinung komplett geändert“, sagte die 54 Jahre alte Rennfahrerin.

Die Frauenserie, deren Premieren-Saison am Sonntag in Brands Hatch endete, gebe den Pilotinnen „eine Möglichkeit zu fahren, tatsächlich Geld zu verdienen und Aufmerksamkeit zu erregen“, erklärte die Mönchengladbacherin Lohr, die 1992 als bislang einzige Frau ein DTM-Rennen gewann. Vor der Saison hatte sie das Projekt noch als „Rückschlag“ für Frauen im Motorsport bezeichnet.

Gute Ausbildung

Gespräche mit den Machern der „W Series“ um den früheren Formel-1-Piloten David Coulthard und ein Besuch bei einem der sechs Rennen überzeugten sie vom Gegenteil. „Ich sehe das inzwischen sehr positiv, kann aber auch alle Einwände verstehen“, sagte Lohr. Es gehe in der Rennserie vor allem darum, „eine breitere Basis von Frauen im professionellen Motorsport zu bereiten“. Dafür könne die „W Series“ ein Katalysator sein, befand Lohr.

Für die Frauen-Rennserie waren aus mehr als 50 Bewerberinnen 18 Fahrerinnen ausgewählt worden. Alle Kosten für ihre Teilnahme wurden übernommen. Gefahren wurde in Einheitsautos mit Formel-3-Standard. „Sie bekommen eine richtig gute Ausbildung in allen Bereichen, das darf man nicht unterschätzen“, sagte Lohr. Den Gesamtsieg und umgerechnet rund 440 000 Euro Preisgeld sicherte sich in der Premierensaison die 21 Jahre alte Britin Jamie Chadwick.

Ellen Lohr sieht für die Frauen-Rennserie auch langfristig eine Zukunft. Die zweite Saison 2020 sei bereits komplett finanziert. Insgesamt gibt es ein Preisgeld von umgerechnet 1,34 Millionen Euro. Die Siegerin verdient rund 450 000 Euro, für Platz zwei werden 225 000 und für Platz drei 125 000 Euro ausgeschüttet. Zudem wird es erstmals auch eine Punktevergabe für die Formel-1-Superlizenz geben.

Schon jetzt gebe es in Motorsport-Kreisen die Idee, eine ähnliche Ausbildungs-Rennserie nur für Jungen ins Leben zu rufen, denen nach ihrer Zeit im Kartsport die Geldmittel für eine weitere PS-Laufbahn fehlen. dpa/sko

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