Sport

Unattraktive Pflicht

In rund 60 Nachwuchsleistungszentren wurden seit 2001 mehr als 1,5 Milliarden Euro investiert und am Ende schaffen es in Deutschland gerade einmal 70 Talente pro Jahr in die Kader der Profi-Clubs der ersten und zweiten Liga. Diese Bilanz ist nicht weniger als verheerend und sollte ein schnelles Umdenken in Gang setzen – wenn nicht schon wertvolle Zeit verloren gegangen ist.

Größtes Problem ist sicherlich die Tatsache, dass die Einrichtung eines Nachwuchsleistungszentrums Voraussetzung zur Lizenzierung der Vereine ist. Deshalb wird bei manchen Clubs die Nachwuchsförderung eher als lästige Pflicht gesehen und dass dabei in gut deutscher Bürokratie-Tradition 700 Kriterien abgehakt werden müssen, macht die Sache nicht attraktiver.

Löblich ist immerhin der Ansatz, dass Schule und Ausbildung einen großen Stellenwert in der Talentförderung haben. Schließlich gibt es auch ein Leben nach der Karriere und nicht jeder hat das Zeug zum Profi. Allerdings ist trotz des föderalen Ansatzes auch mehr Mut zur zentralen Eliten-Förderung gefragt, wie sie in anderen Ländern schon lange auf der Tagesordnung steht. Die DFB-Akademie in Frankfurt könnte hierzu ein Schlüssel sein.