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Sport DOSB-Boss Hörmann empört über „feige Tat“

Unbekannte zerstören Schau für jüdische Asse

Archivartikel

Bochum.Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, hat den Anschlag auf eine Outdoor-Ausstellung zu jüdischen Sportstars in Bochum verurteilt. „Diese feige Tat trifft ganz Sportdeutschland“, erklärte Hörmann am Donnerstag einer Mitteilung zufolge. Nach der Zerstörung der Figuren in der Nacht vom 9. auf den 10. November ermittelt nach Behördenangaben die Staatsschutzabteilung der Polizei.

Unbekannte hatten die lebensgroßen Plexiglasfiguren der Leichtathletin Lilli Hennoch und der Turnolympiasieger Alfred und Gustav Felix Flatow zerstört. Bereits in den Wochen zuvor war die Figur von Walther Bensemann beschädigt sowie die Stele der Brüder Flatow mit antisemitischen Parolen beschmiert worden. „Wir verurteilen die hinterhältigen Angriffe auf das wichtige Andenken unserer Sportkameraden Lilli Hennoch, Alfred und Gustav Felix Flatow und Walther Bensemann auf das Schärfste“, erklärte Hörmann. Die Schau trägt den Titel „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“. Im Mittelpunkt stehen 17 herausragende deutsch-jüdische Sportlerpersönlichkeiten, die Nationalspieler, Welt- und Europameister, Olympiasieger und Rekordhalter waren. Ins Leben gerufen wurde die seit 2015 durch Deutschland tourende Schau durch die Kulturstiftung des Deutschen Fußball-Bundes und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters. Grütters äußerte sich empört über die Zerstörung: „Eine derartige Tat am Jahrestag der Reichspogromnacht 1938 zeugt von einer menschenverachtenden Haltung.“ Solche Übergriffe seien nicht hinnehmbar.

Es ist nicht die erste Attacke auf die Wanderausstellung. Bereits 2017 hatten Unbekannte in Frankfurt mehrere Figuren aus ihren Fundamenten gerissen.

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