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Golf US-Profi Patrick Reed gewinnt das 82. US-Masters

Ungeliebter Champion

Archivartikel

Augusta.Es war vielleicht der leiseste Sieg-Putt der Masters-Geschichte. Als US-Golfer Patrick Reed den Ball auf dem 18. Loch des Augusta National Golf Club zum Par und seinem ersten Major-Titel versenkte, jubelten die Fans zwar brav, aber mehr nicht. Jeder durchschnittliche Par-Putt des zurückgekehrten Superstars Tiger Woods wurde an der Magnolia Lane deutlich lauter gefeiert. Die Zuschauer hätten lieber den Karriere-Grand-Slam von Rory McIlroy oder eine gekrönte Aufholjagd von Jordan Spieth als den sechsten Sieg auf der PGA-Tour des teils kratzbürstigen Reed gesehen.

„Am ersten Abschlag wurde ich von den Fans nett willkommen geheißen. Aber dann kam Rory und die Rufe waren schon lauter. Das hat mir aber auch in die Karten gespielt“, sagte der 27-jährige Reed, der mit seinem Erfolg auf Platz elf der Weltrangliste sprang. „Es hat nicht nur mein Feuer etwas mehr brennen lassen, es hat mir auch den Druck genommen, der nun bei ihm lag.“

Spieths Aufholjagd vergeblich

Der Texaner Reed ging als Führender mit drei Schlägen Vorsprung auf McIlroy in die Schlussrunde. Doch der Nordire spielte eine schwache 74er-Runde auf dem schweren Par-72-Kurs und wurde nur geteilter Fünfter. Am Ende gewann Reed mit einem Gesamtscore von 15 Schlägen unter Par das 82. Masters-Turnier vor seinen Landsleuten Rickie Fowler (-14) und Spieth (-13), dem am letzten Tag in Augusta/Georgia eine beeindruckende 64er-Runde nicht mehr reichte. Die Deutschen Bernhard Langer (+3/38. Platz) und Martin Kaymer (+6/48.) hatten mit dem Ausgang des Traditionsturniers nichts zu tun.

„Captain America“, wie Reed seit seinen Ryder-Cup-Leistungen auch gerne genannt wird, legte 2014 die Grundlage für sein Image. Nachdem er als 23-Jähriger das hochdotierte WGC-Turnier auf dem Trump National Doral Golf Club in Florida gewonnen hatte, gab sich Reed protzig. „Ich bin einer der Top-Fünf-Spieler in der Welt“, sagte Reed damals selbstbewusst und verglich sich mit Golf-Legenden wie Tiger Woods.

Während Reed nun erstmals das begehrte Grüne Jackett für den Masters-Sieg überstreifen durfte und ein Preisgeld von 1,98 Millionen US-Dollar einstrich, kam Woods bei seiner Rückkehr nur auf den geteilten 32. Platz. dpa