Sport

Unter Beobachtung

Archivartikel

Vor ziemlich genau einem Jahr ist Philip Heintz der Kragen geplatzt. Der gebürtige Mannheimer hatte bei der Schwimm-WM in Budapest über seine Paradedisziplin, die 200 Meter Lagen, als Siebter angeschlagen und war deutlich hinter den eigenen Erwartungen geblieben. Ein Grund dafür sei der schlechte Qualifikationstermin gewesen. Für den hatte Heintz Bundestrainer Henning Lambertz mitverantwortlich gemacht.

Angesichts zweier Olympischer Spiele ohne eine einzige Medaille und auch einer insgesamt schwachen WM-Ausbeute ist Lambertz angezählt. Trainer, Sportwissenschaftler und ehemalige Schwimmer lassen kein gutes Haar am 47-Jährigen. Da kam der Disput in aller Öffentlichkeit zur Unzeit. Jetzt scheint es so, als hätten die beiden mehr als einen Burgfrieden geschlossen. Bei der Kurzbahn-EM Ende vergangenen Jahres stimmten die Leistungen – nicht nur bei Heintz.

Aufatmen kann der Bundestrainer dennoch nicht. Denn die Nichtberücksichtigung von Marco Koch hat hohe Wellen geschlagen. Wenn man die nackten Zahlen betrachtet, hat Lambertz mit seiner Aussage recht, mit Koch gehe es seit vier Jahren bergab. Allerdings wurde der Darmstädter über die 200 Meter Brust Deutscher Meister und zählt zu den Aushängeschildern des DSV. Auch wenn der Routinier seine Ausbootung professionell weggesteckt hat – Lambertz und seine Schützlinge müssen in Glasgow liefern. Nicht nur dank der Premiere mit Meisterschaften in sechs Sportarten stehen die Schwimmer so stark im Fokus wie selten zuvor.

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