Sport

Triathlon Christian Trunk aus Mudau trotzt allen Widrigkeiten, „schwimmt, fährt und läuft nach Nizza“

Unter Schmerzen zur WM gequält

Die alte Fußballer-Weisheit traf nun auch auf den Odenwälder Triathlet Christian Trunk aus Mudau zu. Er war Anfang September zunächst bei den 70.3-Ironman-Weltmeisterschaften in Port Elizabeth Südafrikagestartet und sich hatte sich zum Ziel gesetzt, über den 70.3-Ironman in Portugal die Qualifikation für die WM 2019 in Nizza zu realisieren. Trotz gesundheitlicher Probleme und einer Trainingszeit von nur 14 Tagen ging er an den Start.

Das Schwimmen wurde im Hafenbecken von Lissabon absolviert. Das hatte den Vorteil, dass es kaum Wellen gab, weshalb Trunk mit 28 Minuten seine eigene Bestleistung über 1,9 Kilometer toppte, hatte aber auch den Nachteil, dass die Wasserqualität mehr als zu wünschen übrig ließ. Bei den harten Platzierungskämpfen muss man schon einmal Wasser schlucken, was bei brackigem Wasser durchaus mit Gefahren verbunden, wie der weitere Rennverlauf zeigen sollte. „Aufgrund der heftigen Tumulte und der Tatsache, dass ich mit meiner eigenen Bestzeit relativ weit vorne schwamm, musste ich leider ziemlich viel von dem ekelhaften Wasser zu mir nehmen“, berichtete Christian Trunk.

Doch zunächst freute sich der Mudauer über die gute Zeit und ging auf die 90 Kilometer lange Radstrecke. Auf dem Rad machten sich bei Trunk bereits nach zehn Kilometern starke Magenprobleme bemerkbar, die dazu führten, dass sich der Sportler nur schlecht mit dem existenziellen Getränken und Lebensmitteln versorgen konnte. Ob es das geschluckte Hafenwasser oder das Essen an den Vortagen war, ließ sich nicht feststellen. Sicher war jedoch, dass der Student von heftigen Bauchschmerzen geplagt wurde.

Aufgeben kam nicht in Frage

„Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, wie ich einen Halbmarathon laufen soll“, gewährte Trunk einen Einblick in seine Gedanken während des Radfahrens, das er in 2:20 Stunden absolvierte. Aufgeben kam jedoch nicht in Frage. Nach drei Kilometern legten sich die Magenprobleme glücklicherweise, so dass Christian Trunk sein Tempo gut halten konnte. Auf dem vierten Platz liegend nahm er die 21,2 Kilometer lange Laufstrecke in Angriff. „Da ich deutlich schneller lief als die Konkurrenz, übernahm ich bereits nach sechs Kilometern die Führung“, schilderte der Mudauer den Rennverlauf. Allerdings rächte sich die mangelhafte Versorgung auf der Radstrecke. Einmal ausgelassene Kalorien und Mineralstoffe lassen sich später nicht mehr ausgleichen, weshalb Trunk immer langsamer wurde und seinen Vorsprung einbüßte. Drei Kilometer vor dem Ziel hatte er noch zehn Sekunden Vorsprung, die jedoch nicht für den Sieg genügen sollten. Am Ende lag der Odenwälder min 4:20 Stunden mit 17 Sekunden Rückstand auf dem zweiten Platz. Den Halbmarathon bewältigte Trunk in 1:23 Stunden.

Trotz der schmerzhaften Erfahrung erreichte der 24-Jährige sein Ziel und qualifizierte sich für die 70.3-Ironman-WM in Nizza. hh