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Fußball Aufsteiger überrumpelt Augsburg mit klarem 4:1-Erfolg

VfB entwickelt sich zu einer Auswärtsmacht

Augsburg.Nach den frostigen Tiefschlägen durch den VfB Stuttgart klatschte Heiko Herrlich mit seinem Trainerrivalen Pellegrino Matarazzo mit finsterer Miene ab. Angetrieben von Elfmeterspezialist Nicolas Gonzalez überrumpelte der Aufsteiger mit seinem eiskalten Kombinationsfußball Herrlichs FC Augsburg. „Das ist ein Rückschlag für uns. Wir sind alle enttäuscht, wir versuchen aber, wieder aufzustehen“, konstatierte der Coach der Fuggerstädter.

Trotz der andauernden Führungskrise mit dem Machtkampf zwischen Vorstandschef Thomas Hitzlsperger und Präsident Claus Vogt überholten die rasant konternden Schwaben den FCA am Sonntag dagegen mit 4:1 (2:0) und feierten als Auswärtsmacht schon den fünften Dreier in der Fremde. „Dieser Sieg tut uns gut, dass wir wieder in die Erfolgsspur gekommen sind“, sagte Matarazzo. „Das gibt uns eine breite Brust für die kommenden Wochen.“

Gonzalez ganz lässig vom Punkt

Gonzalez erzielte lässig in der zehnten Minute mit einem Foulelfmeter die Führung für den neuen Tabellenzehnten. „Aus meiner Sicht war das kein Elfmeter“, kritisierte Herrlich den seiner Einschätzung nach spielmitentscheidenden Pfiff. FCA-Profi Daniel Caligiuri legte sich nach Betrachtung der TV-Bilder auch fest: „Eine Fehlentscheidung in meinen Augen.“

Silas Wamangituka (29.) erhöhte mit seinem achten Saisontor. Den Blitz-Anschluss von Marco Richter (46.), der später wegen Gelb-Roter Karte (76.) noch vom Platz musste, konterten Gonzalo Castro (61.) und kurz vor dem Ende Daniel Daidavi (87.). „Wir haben heute ein gutes Spiel gemacht“, meinte Stuttgarts Waldemar Anton: „Wir waren bissig und giftig in den Zweikämpfen.“

Keine Fans im Stadion, dafür Wirbel auf dem Rasen. Sowohl die Augsburger als auch die Stuttgarter spielten von Beginn an schwungvoll. In Führung gingen die zielstrebigen Gäste. Reece Oxford trat Mateo Klimowicz im Strafraum auf den Fuß, Referee Daniel Schlager entschied resolut auf Elfmeter. Gonzalez verzögerte zweimal kurz – und verlud Augsburgs Torwart Rafal Gikiewicz. Noch nie hat der Argentinier im VfB-Dress einen Elfmeter vergeben. „Nein“, Gonzalez verschieße auch im Training nicht, meinte Mitspieler Anton.

Herrlich ersetzte nach dem 0:2 zur Halbzeit Khedira durch Angreifer Michael Gregoritsch und erhöhte das Risiko, was sich sofort mit dem Anschlusstreffer auszahlte. Doch unermüdlich liefen die Stuttgarter aber weiter an und belohnten sich erneut. dpa

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