Sport

Vorstoß Zwei Thüringer wollen Winterspiele 2030

Vision von Olympia

Archivartikel

Leipzig.Schnapsidee oder genialer Schachzug? Mit ihrer Vision von Olympischen Winterspielen 2030 in Thüringen, Sachsen und Bayern haben zwei Privatpersonen Verbände und Politik in Aufregung versetzt und ihnen Arbeit aufgehalst. Immerhin: Man redet darüber.

Die Verbände sowie den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hat das Duo kalt erwischt. Entsprechend angefressen waren teilweise die Reaktionen. „Dieser Vorstoß ist weder mit den Wintersportverbänden noch mit dem DOSB abgestimmt. Ich höre davon zum ersten Mal. Es kann nicht sein, dass sich jeder, wie er will, für Olympia bewirbt“, sagte Thomas Schwab, Vorstandsvorsitzender des Bob- und Schlittenverbands Deutschland.

Daniel Hopp zurückhaltend

Die Adler Mannheim reagierten ähnlich auf den Plan des Duos, der die SAP Arena als einer von mehreren Austragungsorten für Eishockey-Spiele vorsieht. „Es ist für unseren Standort nicht das realistischste Szenario“, sagte Adler-Geschäftsführer Daniel Hopp: „Wenn es Thema wird, beschäftigen wir uns damit.“

Initiator Mike Helios sagte: „Die Idee stammt aus dem Jubiläum 30 Jahre Mauerfall. Wir wollen die ländliche Struktur stärken, das „abgehängt sein“ aus den Köpfen bekommen und ein Zeichen gegen baulichen Gigantismus setzen“. Helios ist Sprecher der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden und hat die Vision mit dem Publizisten Hannes Hofmann entwickelt. Die Bank in Thüringen ist für ungewöhnliche Geschäftsideen bekannt.

Thüringens Ministerpräsident hält den Vorstoß offenbar für einen Scherz. „Heute ist unstreitig der 19.11.2019 oder doch der 1. April? Es bleiben einfach Fragen über Fragen“, schrieb Bodo Ramelow auf Twitter. Dagegen will DOSB-Präsident Alfons Hörmann das Konzept zumindest erst einmal prüfen. Allerdings mahnte der erfahrene Funktionär: „Doch der Weg zu einer erfolgreichen Olympia-Bewerbung führt in eine völlig andere Dimension der Anforderungen.“ dpa

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