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Corona Die großen US-Ligen im Basketball, Baseball und Eishockey planen die Rückkehr in den Spielbetrieb – doch Kanada macht Schwierigkeiten

Von Normalität sehr weit entfernt

Archivartikel

Orlando.Corona zumindest gedanklich zu entkommen, scheint selbst umgeben von Zeichentrickfiguren in der NBA-Blase in Disney World unmöglich. „Yeah, du kannst nirgendwo hingehen, ohne daran erinnert zu werden“, berichtete Doc Rivers am Wochenende. Überall müsse man sich anmelden, ständig bekäme man die Temperatur gemessen, jeder trage eine Maske, sagte der Basketball-Cheftrainer der Los Angeles Clippers in einer seiner inzwischen täglichen Videokonferenzen. Nichts ist normal derzeit, in den USA noch weniger als in anderen Ländern der Welt. Nirgendwo gibt es mehr Menschen mit Sars-CoV-2-Infektionen, nahezu täglich gibt es einen Rekord. Und der Sport? Schafft sich Parallelwelten und legt los.

Ob die US Open tatsächlich Ende August beginnen, bezweifeln zwar auch die Topspieler wie Dominic Thiem inzwischen öffentlich. Die Motorsportserie Nascar aber lässt mittlerweile sogar wieder einige tausend Fans an die Rennstrecken. Die PGA-Tour der US-Golfer beobachtete am Wochenende beim sechsten Turnier nach der Corona-Pause den ersten Auftritt von Tiger Woods, die Fußballer kicken in der MLS um den Sieg in einem neu erfundenen Turnier – und in den kommenden beiden Wochen melden sich auch drei der vier größten US-Ligen mit dem Spielbetrieb zurück. Am Mittwoch sind die Clippers rund 3500 Kilometer von ihrer Heimat entfernt in Florida auf dem Papier die Gastgeber des ersten Aufeinandertreffens zweier NBA-Teams seit vier Monaten. Sie messen sich in ihrer Blase auf dem Gelände des Unterhaltungskonzerns Disney in einem Testspiel mit den Orlando Magic, es ist das erste von insgesamt vier solcher Begegnungen an diesem Tag. Alle mit dem Ziel, die Basketballer für die Fortsetzung der Saison am 30. Juli in Form zu bekommen. Am Donnerstag dann, am 23. Juli, eröffnen die New York Yankees und die Washington Nationals die Saison in der Major League Baseball. Die Begegnungen werden ohne Zuschauer an den Heimspielorten ausgetragen – so zumindest war der Plan, der seit Samstag nicht mehr funktioniert. Dazu gleich mehr.

Am 28. Juli schließlich gibt es erstmals seit der Corona-Pause wieder Eishockey unter Beteiligung von NHL-Teams. Unter anderem die Edmonton Oilers um NHL-Topscorer und MVP-Kandidat Leon Draisaitl testen ihre Form, bevor es dann am 1. August mit den erweiterten Playoffs in die Schlussphase der unterbrochenen Saison geht. Die NHL hat sich dafür allerdings komplett aus den USA verabschiedet und spielt in den kanadischen Städten Edmonton und Toronto. Damit all die Mannschaften zu den beiden Spielorten reisen können, brauchte die NHL aber das OK der kanadischen Regierung. Denn noch bis mindestens 21. August ist die Grenze zwischen den USA und seinem Nachbarland für alle nicht notwendigen Reisen gesperrt; wer dennoch einreist, muss 14 Tage in Quarantäne. Bei einer einmaligen Einreise der Mannschaften hielt man das für vertretbar – fortwährende Reisen großer Gruppen aus und in die USA will das Land dagegen nicht. Das machte der Immigrationsminister deutlich. Das Baseball-Team der Toronto Blue Jays darf deswegen nicht wie geplant im heimischen Stadion gegen seine Gegner aus den USA antreten. dpa

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