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Fußball Ex-Waldhöfer mit Huddersfield Zweiter / Schock für Liverpool in der Nachspielzeit

Wagner jubelt, Klopp hadert

London.Die rund 3000 mitgereisten Fans von Huddersfield Town sangen noch lange nach dem Abpfiff: "Wir sind die Spitze der Liga." Der Aufsteiger, der als Absteiger Nummer eins gehandelt wird, war am Samstag nach dem 3:0 bei Crystal Palace sogar bis zum 4:0 von Manchester United gegen West Ham Tabellenführer. "Ob ich sowas erwartet habe? Nein!", sagte Huddersfield-Trainer David Wagner. "Aber ich habe gehofft, dass sowas passieren könnte. Das ist ein wunderbarer Nachmittag."

Vor der Saison hatte der Ex-Spieler des SV Waldhof Mannheim und der ehemalige U23-Coach von Borussia Dortmund sein Team als "größten Underdog der Premier-League-Geschichte" bezeichnet. "90 Minuten Fußball später wird er kaum jemanden finden, der ihm zustimmt", schrieb die Zeitung "Telegraph". Bei strahlendem Sonnenschein in Südlondon hatten ein Palace-Eigentor und zwei Tore von Neuzugang Steve Mounié die Fans in Euphorie versetzt. "Die einfachste Chance hat er liegen lassen", scherzte Wagner später.

"Egal, was in der Saison noch passiert, das ist ein Tag, an den sich die Terriers-Fans für den Rest ihres Lebens erinnern werden", meinte die BBC. Wagner lachte über die Tabellenführung und blieb realistisch: "Wir haben vieles sehr gut gemacht, aber wir haben auch ein bisschen Glück gehabt." Seine Spieler würden auf dem Boden bleiben, die Fans dürften gern träumen. Denn: "Diese Euphorie brauchen wir auch am Sonntag wieder von der Tribüne." Dann bestreitet Huddersfield gegen Nottingham sein erstes Heimspiel.

Wagners Kumpel Jürgen Klopp und seinem FC Liverpool fehlte dagegen weniger als eine Minute zum Sieg. 3:3 (1:2) hieß es am Ende in Watford, weil in der 94. Minute noch der Ausgleich fiel. "Liverpool hat wieder mal den Preis für eine chaotische Verteidigung bezahlt", kommentierte das "Liverpool Echo". Ohne den wechselwilligen Philippe Coutinho, der mit Rückenproblemen fehlte, hatten die Reds das Spiel erst gedreht. "Wir hätten gewinnen sollen", fand Klopp, der den Torschützen Miguel Britos im Abseits gesehen hatte und schimpfte: "Das war offensichtlich." Zeit zum Ärgern bleibt dem Coach nicht. Am Dienstag spielt Liverpool in der Champions-League-Qualifikation bei der TSG 1899 Hoffenheim.

Einen bitteren Liga-Einstand erlebte der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger mit Meister FC Chelsea. Zuhause beim 2:3 (0:3) gegen den FC Burnley flogen Gary Cahill und Cesc Fabregas vom Platz.

"Eine Dampfwalze von einem Meisterteam wurde auf einen zerstreuten, umherirrenden Haufen reduziert", resümierte "The Guardian". dpa