Sport

Schwimmen Gute EM-Bilanz im Freiwasser und im Becken

Wellbrock und Köhler räumen ab – Staffelsilber

Glasgow.Die EM-Aufsteiger Florian Wellbrock (Bild oben) und Sarah Köhler (Heidelberg/Bild unten) jubelten gemeinsam mit ihren Freiwasserkollegen über Silber. Dauer-Brennerin Angela Maurer fehlte nicht viel zum Medaillencoup. Beim abschließenden 25-Kilometer-Rennen schlug die 43-Jährige beim Sieg der Italienerin Arianna Bridi als Vierte an. Nach über fünf Stunden und 20 Minuten im 17 Grad kühlen Wasser fehlten der 20-maligen Medaillengewinnerin bei Welt- und Europameisterschaften rund anderthalb Minuten auf Bronze. War es der letzte große Auftritt der Grande Dame in ihrer Sportart?

Glücklicher endete da der Auftritt des Pärchens Wellbrock und Köhler. Nachdem die beiden entscheidenden Anteil am Aufschwung der Becken-Asse hatten, freuten sie sich mit Sören Meißner und Leonie Beck trotz des knapp verpassten Staffel-Goldes. „Das ist ein sehr schöner Abschluss, mit dem Team auf dem Silberrang zu sein, gerade mit meiner Freundin“, sagte der 20-jährige Wellbrock.

Nach der WM-Nullnummer vor einem Jahr war der Deutsche Schwimm-Verband im Freiwasser in Schottland besser als vor zwei Jahren bei der EM in den Niederlanden. „Unser Ziel war noch eine Teammedaille, jetzt ist es Silber geworden in einem unglaublich spannenden Rennen“, sagte Bundestrainer Stefan Lurz nach dem Wettkampf über 4 x 1,25 Kilometer. Nach 52:35 Minuten fehlten im Loch Lomond bei Stirling 0,6 Sekunden auf Gold, das Olympiasieger und Routinier Ferry Weertman den Niederländern sicherte.

„Die Freiwasserschwimmer haben einmal mehr gezeigt, dass wir in Europa eine Top-Nation sind“, erklärte DSV-Präsidentin Gabi Dörries. „Und die Beckenschwimmer haben sich mit acht Medaillen, darunter auch das sensationelle Gold von Florian Wellbrock und der Freistil-Mixed-Staffel, eine Top-Fünf-Platzierung in der Nationenwertung gesichert.“

WM als Bewährungsprobe

Die vorolympische WM in einem Jahr im südkoreanischen Gwangju wird zeigen, was die deutschen Schwimmer-Resultate bei den ersten European Championships eine Stufe höher wert sind. Nach den Sommerspielen 2020 in Tokio wird dann Bilanz gezogen, auch was die Arbeit von Chef-Bundestrainer Henning Lambertz betrifft. Wellbrock, wie Freundin Köhler zweimaliger Medaillengewinner im Becken und Staffel-Zweiter im Freiwasser, will sich Optionen in beiden Schwimm-Sparten offen halten. dpa (Bilder: dpa)