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Maimarkt-Turnier Simone Blum triumphiert auf Alice beim Championat

Weltmeisterin mit Faible für Mannheim

Archivartikel

Mannheim.Simone Blum und Mannheim – das passt einfach. Vor zwei Jahren startete sie im MVV-Stadion ihre internationale Karriere, die 2018 ihren vorläufigen Höhepunkt mit dem Einzel-WM-Titel bei den Weltreiterspielen in Tyron/USA fand. Nun sicherte sich die 30-Jährige aus dem bayerischen Zolling beim 56. Maimarktturnier erstmals den Titel im Championat, in dem 58 Starter aus 17 Nationen um Weltranglistenpunkte kämpften.

Auf Alice, ihrem bestem Pferd im Stall, qualifizierte sie sich nicht nur als erste für das Stechen, sondern eröffnete den zweiten Durchgang im Parcours auch mit der schnellsten Runde (36,94 sec). Obwohl alle sechs Teilnehmer des Stechens fehlerlos blieben, kam niemand an diese Zeit heran. Zweiter wurde der Elsässer Jacques Helmlinger auf dem Hengst Tonic Des Mets (38,05), Dritter Holger Hetzel (Goch) auf dem Wallach Legioner (39,74.). Es folgten Edwins Smits (Schweiz) auf Dandiego (40,03), Laura Klapphake (Mühlen) auf Bantou Balou (42,06) und Werner Muff (Schweiz) auf Jazoe van ‚T Steenpaal (44,06).

„Das war nach der Kür von Isabell Werth in der Dressur heute die zweite Sternstunde. Du hast Alice traumhaft sicher durch den Parcours gelenkt, keine Sekunde bestand die Gefahr eines Abwurfs“, schwärmte Organisations-Chef Peter Hofmann bei der Siegerpressekonferenz und bedankte sich, dass Blum „Mannheim auch als Weltmeisterin die Treue hält.“

Paradedisziplin Stechen

Sie gab den Dank für „ein tolles Turnier, in dem alles für Pferde und Reiter getan wird“ zurück. „Auch Alice weiß das zu schätzen.“ Obwohl die zwölfjährige Stute ein Massenpublikum gar nicht mag „und erst einmal zusammenzuckte, als sie die vielen Zuschauer sah. Da war ich nervöser als bei der WM in Tyron“, gestand Blum. Dass sie als Erste ins Stechen musste, kam ihr Recht. „Das Stechen ist unsere Paradedisziplin. Ich mag es, wenn ich vorlegen kann und sich die Konkurrenz die Zähne ausbeißt“, grinste sie, froh, dass sie nach einer schwierigen Schulter-Operation im Dezember nun wieder voll angreifen kann. „Das war unser drittes S-Turnier nach der OP, für den Parcours bin ich schon wieder absolut fit.“

Der Tag hatte mit der Einlösung einer Wettschuld angefangen. Weil Kollege Holger Hetzel den überraschenden WM-Titel in Tyron im Vorfeld für durchaus möglich hielt, wettete er letztes Jahr mit Blum um 100 Euro. Sie glaubte nicht so recht daran, ließ sich deshalb auch auf die Wette ein – und zahlte nun sehr gerne die 100 Euro. Vor dem Championat wurde nicht gewettet, „allerdings hat Holger schon angedeutet, es vor der EM in Rotterdam wieder vorhat. Doch wir warten ab, vielleicht bringt es ja auch Unglück.“

Die Europameisterschaften sind in dieser Saison Blums Fernziel, das Nahziel ein Sieg bei der „Badenia“ am Dienstag. Doch das wollen viele!“ Gleichwohl war das Championat mit sein von Christa Jung entworfenen, von Blum hochgelobten Kurs („anspruchsvoll, aber fair“) mit 16 Sprüngen über 13 Hindernisse war ein echter Prüfstein für den Höhepunkt „Badenia.

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