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Reitsport Dressur-Ass dominiert EM von Rotterdam

Werth stellt Spring-Kollegen in den Schatten

Archivartikel

Rotterdam.Die dominierende Reiterin der Europameisterschaft war mit ihren drei Goldmedaillen längst daheim in Rheinberg, als die Springreiter am Sonntag leer ausgingen. Isabell Werth beherrschte die EM-Woche in Rotterdam und setzte ihre Siegesserie auch in der Kür fort. Im Springen sorgte nach Team-Silber Simone Blum für das beste Ergebnis im Einzel und kam am Sonntag auf Rang vier.

Die 30 Jahre alte Weltmeisterin aus dem bayrischen Zolling ritt mit ihrer Stute Alice in den zwei schweren Runden vom achten Platz aus vor, verpasste aber durch einen Abwurf Bronze. Europameister wurde der Schweizer Martin Fuchs mit Clooney vor dem Briten Ben Maher mit Explosion und dem Belgier Jos Verlooy mit Igor. „Der vierte Platz ist undankbar“, sagte Blum. „Aber eigentlich darf ich nicht enttäuscht sein. Bisher lief es immer gut, und Alice ist hier auch gut gesprungen.“

Marcus Ehning belegte als zweitbester deutscher mit Comme Il Faut Rang fünf. Daniel Deußer fiel nach acht Strafpunkten mit Tobago auf Platz 14 zurück. Christian Ahlmann hatte auf einen Start im Finale verzichtet, so wie zehn andere Reiter auch. Ahlmanns zehnjähriges Pferd Clintrexo soll geschont werden.

Im ersten Moment war ich enttäuscht, denn wir waren ja sehr nahe dran“, sagte Bundestrainer Otto Becker als Fazit am Ende der EM-Woche. „Aber nach dem Silber mit der Mannschaft ist es insgesamt okay. Als Mannschaft haben wir überzeugt.“

Die beherrschende Person des Turniers war Isabell Werth, die am Samstag ihre 20. EM-Goldmedaille gewonnen hatte. Bei der Siegerehrung ließ die 50-Jährige den Champagner spritzen und machte die Konkurrenz auch auf dem Podium nass. Vergnügt und feucht-fröhlich feierte die Dressurkönigin im Stadion ihre dritte Goldmedaille von Rotterdam, ehe es im Stall weiterging – und Werths Siegerstute Bella Rose zumindest Möhren als Belohnung für ihre Meisterleistung erhielt.

DM mit europäischen Gästen

Isabell Werth ist ein Phänomen. Vor 30 Jahren gewann sie ihr erstes EM-Gold und feierte nun die EM-Titel 18, 19, und 20. Manchmal macht es den Eindruck, als genieße sie diese Erfolge noch mehr als früher. „Ich bin einfach nur super-glücklich“, kommentierte die Seriensiegerin, die sich immer mal wieder eine Träne wegwischen musste.

Rotterdam erlebte eine deutsche Meisterschaft mit europäischen Gästen: Die erfolgreichste Reiterin der Welt gewann mit ihrer Stute Bella Rose mit 90,875 Prozent vor Dorothee Schneider aus Framersheim mit Showtime (90,561) und Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen mit Dalera (89,107). dpa

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