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Tennis US-Duo unterliegt gegen Schweizer Team

Williams trotz Niederlage voller Tatendrang

Archivartikel

Perth.Am Ende einer außergewöhnlichen Tennis-Partie gab es von Roger Federer Küsschen für Serena Williams. Lachend knipsten die beiden Tennis-Stars später auch ein Selfie, nachdem sie beim Hopman Cup in Perth im Mixed erstmals überhaupt gegeneinander angetreten waren. „Für mich war es super-cool“, sagte Serena Williams. „Ich bin ein wenig traurig, dass es schon vorbei ist.“ Über den Sieg durfte sich am Dienstag im australischen Perth jedoch der Schweizer Federer gemeinsam mit seiner Mixed-Partnerin Belinda Bencic freuen.

Mit dem 4:2, 4:3 (5:3) in verkürzten Sätzen gegen Serena Williams und Frances Tiafoe holten die Titelverteidiger den entscheidenden Punkt zum 2:1-Gesamterfolg gegen die USA und stehen bei der inoffiziellen Mixed-WM vor dem erneuten Finaleinzug. „Es war eine Ehre, gegen Serena zu spielen. Ich war ein bisschen nervös“, sagte Federer, der sein Einzel zuvor gegen Tiafoe 6:4, 6:1 gewonnen hatte.

Selbst die beiden Tennis-Ikonen hatten diesem Mixed entgegengefiebert. Wie Federer prägt Serena Williams seit zwei Jahrzehnten die Tennis-Szene, beide werden in diesem Jahr 38 Jahre alt. 2019 werden ihre Auftritte auch von der Frage begleitet, ob sie noch mit Titeln bei den wichtigsten Tennis-Turnieren auftrumpfen können. Das Karriereende rückt näher. Sie spiele einfach solange, bis Federer aufhöre, hatte Serena Williams einmal im Scherz gesagt.

24. Titel im Visier

Ihre ambitionierten Pläne für das neue Jahr verrät die US-Amerikanerin nicht genau. „Ich habe immer verrückte große Ziele“, sagte sie. „Sie ein bisschen als Geheimnis zu bewahren, hilft mir, das Beste zu erreichen.“ Was sich Serena Williams für die Tennis-Tour vorgenommen hat, ist allerdings klar: Endlich will sie mit dem 24. Titel bei einem Grand-Slam-Turnier den Allzeit-Rekord der Australierin Margaret Court einstellen. Womöglich gleich bei den Australian Open in Melbourne, die in knapp zwei Wochen beginnen.

Bei der inoffiziellen Mixed-WM tritt Williams’ erstmals seit dem skandalträchtigen Endspiel bei den US Open wieder in einem richtigen Wettkampf an. Mit ihren Ausrastern, ihren Beleidigungen und ihren Rassismus-Vorwürfen gegenüber dem Schiedsrichter zerstörte die langjährige Nummer eins im September den größten Moment von Naomi Osaka und setzte ihren Ruf als Ikone des Weltsports aufs Spiel. Schnell hatte sich Serena Williams nach der Geburt ihrer Tochter im September 2017 wieder in die Weltspitze gespielt. Eins der Major-Turniere hat die einstige langjährige Nummer eins aber nun seit beinahe zwei Jahren nicht gewonnen. dpa