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Interview Organisationschef Peter Hofmann war besonders mit den Dressurprüfungen zufrieden / Per Zufall ein neues Wettbewerbs-Format entdeckt

„Wir hatten dieses Jahr eine Superbesetzung“

Archivartikel

Mannheim.Neun Tage Reitsport von höchster Qualität – noch nie war die Mannheimer Pferdewoche so lang wie das 55. Maimarkt-Turnier. Doch es gab noch mehr Superlative. Wir sprachen mit Organisationschef Peter Hofmann, der bereits zum 35. Mal für das Turnier verantwortlich zeichnete.

Herr Hofmann, was gehört für Sie zu den weiteren Superlativen?

Peter Hofmann: Das Wetter, auch wenn ich dafür nichts kann. Aber es war noch nie so warm und sonnig und komplett regenfrei. Dann der Einsatz der Helfer, die länger als sonst im Einsatz waren, oft schon ab morgens um 6.30 Uhr. Zum Dritten die Dressur, denn ein Vier-Sterne-Turnier konnten wir noch nie ausschreiben. Insgesamt waren die drei Grand-Prix-Prüfungen mit 27 500 Euro dotiert.

Wie kam das zustande?

Hofmann: Durch die „Liselotte und Klaus Rheinberger-Stiftung“. Er ist hier schon auf dem alten Maimarkt geritten und dank verschiedener Kontakte habe ich bei der Stiftung angefragt. Sie hat zugesagt und wird wohl als Sponsor auch dabei bleiben.

Doch nicht nur dadurch gab es dieses Jahr eine deutliche Aufwertung der Dressur.

Hofmann: Das stimmt. Wir hatten mit Isabell Werth und Dorothee Schneider, deren zwei Nachwuchspferde einen großen Eindruck hinterließen, eine Superbesetzung. Das ist nicht selbstverständlich, denn Mannheim ist eingebettet in Top-Turniere wie Hagen, München und Hamburg. Und weil Polo nicht stattfand – dessen Zukunft in Mannheim ist noch offen –, konnten wir dem Dressur-Nachwuchs im großen Stadion ein Plattform wie bei einem internationalen Championat bieten.

Was nehmen Sie in Sachen Dressur für 2019 noch mit?

Hofmann: Wir haben durch Zufall ein neues, kleines Format entdeckt, das perfekt für Messebesucher passt. Es gab nur ein kleines Starterfeld in der Grand Prix Kür. Reiten auf Musik wirkt ja immer. Aber haben wir auch jeden Ritt von den Teilnehmerinnen selbst und von einer Expertin aus der Jury kommentieren lassen. Das vermittelte viele Einblicke in das Wesen der Kür und war natürlich eine Superwerbung für die Dressur. 2019 werden wir die Prüfung danach sogar ausschreiben.

In der Dressur war die nationale Spitze am Start, die ja auch die internationale ist. Im Springreiten sieht das etwas anders aus.

Hofmann: Wir haben die Situation, dass das internationale Starterfeld massiv wächst. Viele Spitzenleute nutzten Mannheim als Vorbereitung auf die WM. Das ist sehr schön und hilft unserem Ansehen. Die nationale Spitze machte sich etwas rar.

Woran liegt das?

Hofmann: Wir wussten alle, dass es nach den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zu einem Umbruch kommen würde, die Equipe und die Pferde von 2016 gibt es nicht mehr. Zudem stehen wir, wie viele andere deutsche Turniere, in Konkurrenz mit der hoch dotierten Global-Tour. Aber wir sehen Mannheim als Chance für die zweite Reihe. Hier hatten junge Reiter die Möglichkeit, sich auch für die WM zu positionieren.

Egal ob nationale oder internationale Starter: Alle schwärmen von Mannheim. Sie kennen selbst die großen Plätze und Turniere in Welt – was ist das Besondere am Maimarkt-Turnier?

Hofmann: Seine Kompaktheit, seine kurzen Wege, die unmittelbare Nähe zum Geschehen und die familiäre Atmosphäre.

Es war in diesem Jahr sogar noch kompakter als bisher.

Hofmann: Ja, das war ein positiver Effekt des durch eine Hamsterkolonie erzwungenen, kompletten Umbaus der Parkplätze. Wir mussten für 215 Lkw und Gespanne Platz schaffen, die vorher an den angrenzenden Feldern abgestellt waren. Die Verlegung auf die ehemaligen VIP-Plätze kommt vor allem den Pflegern zugute, denn sie haben kürzere Wege und einen eigenen Platz zum Longieren.

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