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Neckarau 170 Besucher nutzen Beratungsangebot bei Netzwerkveranstaltung „Markt der Möglichkeiten“ für Senioren

„Älter werden geht uns alle an“

Die Mischung aus breitem Informations- und Beratungsangebot an den Ständen zum Thema Gesundheit und Pflege und einem abwechslungsreichen Informations- und Unterhaltungsprogramm erwies sich als Erfolgsrezept. Rund 170 Besucher zählte die erste Veranstaltung für Senioren im Gemeindehaus von St. Jakobus unter dem Motto „Älter werden in Neckarau – Niederfeld – Almenhof“.

Aussteller und Organisatoren zeigten sich mit dem Info-Tag zufrieden. „Die Idee dazu entstand im SPD-Ortsverein“, erzählte Stadträtin Marianne Bade. Doch das Netzwerk als Ausrichter des „Markts der Möglichkeiten“ sei überparteilich und nicht konfessionell gebunden.

Als Hausherren begrüßten die Pastoralreferenten Sabine Hansen und Stefan Mayer die Gäste. „Älter werden ist eine Herausforderung und geht uns alle an“, sagte Hansen. „Der spannende und informative Nachmittag zeigt, dass der Stadtteil ein gesunder Vorort ist.“

17 Einrichtungen – vom Seniorenbüro über die Arbeiterwohlfahrt (AWO) bis hin zu verschiedenen Pflegediensten – stellten im Kolpingsaal ihre Angebote vor. „Wir gehen gern auf Leute zu. Vor Ort ist die bessere Möglichkeit, auf unsere vielfältigen Angebote hinzuweisen, wie eine eigene Bienenzucht im Herzogenried oder Hochbeete“, fand Uwe Patuschka vom Seniorenbüro.

Wunsch nach Anlaufstelle vor Ort

Christine Pospech erkundigte sich bei Silke Zada vom Pflegestützpunkt Mannheim-Süd nach Tages-Betreuungsangeboten für ihre Mutter. „Jeder ältere Mensch wünscht sich vor Ort eine Anlaufstelle, wo er hingehen kann, ohne sich diskriminiert zu fühlen und wegen der sozialen Kontakte“, meinte die Bezirksbeirätin (Die Linke).

Regina Bauer, Pfarrerin der Matthäuskirche, fand: „Die Veranstaltung ist eine gute Sache, weil man hier gut an Informationen kommt.“ Auch die Kirchen und die Diakonie seien auf dem Markt der Möglichkeiten vertreten. Für Oliver Kotzan, der am 1. April die Industrie-Apotheke in Neckarau übernommen hat, „ist die Veranstaltung eine gute Plattform, sich den Leuten vorzustellen“. Per Videofilm zeigte der Leiter vom Wichernheim, Manuel Cronau, dass ein Pflegeheim „nicht trister Alltag ist“, sondern „Farbe, Leben und ein Ort, wo sich Freundschaften entwickeln.“ Sie wollten den Menschen die Angst vor dem Pflegeheim nehmen.

Angebote für Senioren, wie beispielsweise Strickkurse, PC-Kurse, E-Books und bekannte Spiele wie „Mensch ärger Dich nicht“ mit extra großen Spielfiguren, präsentierten auch die Leiterin der Stadtbibliothek Neckarau, Gertrud Gerner, und die Fördervereinsvorsitzende Karin Seilfried.

Bedeutung der Medienkompetenz

Beim E-Book könnten Senioren die Schrift größer machen, ebenso Menschen, wenn sie motorisch eingeschränkt sind. Auch Medienkompetenz sei wichtig. „Das ist eine Verbindung zur Welt, und auch zu den Enkelkindern besteht dadurch eine ganz andere Möglichkeit des Kontakts“, sagte Gerner. Sie überlegten zudem, ein Café als Treffpunkt für Generationen in der Stadtbibliothek einzurichten.

Durch das Rahmenprogramm im Jakobussaal mit fröhlichen Frühlingsliedern der Kita Sonnenblume und interessanten Vorträgen führte der ehemalige SWR-Journalist Veit Lennartz. Unter anderem referierte Uwe Welker, Präventionsbeauftragter des Polizeireviers Neckarau, zum Thema „Sicherheit für ältere Menschen“. Beispielsweise zum Stichwort „Enkeltrick“: „Das ist eine Gefahr – gerade für ältere Leute“, sagte der Polizeioberkommissar.

Auf Zetteln konnten die Besucher ihre Wünsche äußern. Marion Moog wünschte sich „eine Art Nachbarschaftshilfe im Niederfeld“. Ganz andere Wünsche haben die Bewohner im Wichernheim. „Sie wünschen sich Begleitung zu den Ämtern, bei Spaziergängen oder Einkäufen“, erzählte Alltagsbegleiterin Sabine Weiss.

Neben Sportangeboten, Gesprächen und Treffs wünschten sich Rolf Will und die anderen Besucher aber vor allem, „dass solche Info-Veranstaltungen öfter stattfinden“.