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Feudenheim Jazzvesper in der Kulturkirche Epiphanias

Abend mit „Annäherungen“

Archivartikel

Wenn Alexandra Lehmler am Saxofon und Matthias Debus am Bass in der Kulturkirche Epiphanias gemeinsam musizieren, dann lässt das eigentlich nur Gutes erwarten. Die Zuhörer wurden in ihren Erwartungen auch nicht enttäuscht. Zumindest klatschten sie am Ende des Konzerts wohlwollenden Beifall. Die beiden gelten einfach als Könner ihres Faches. Und das stellten sie in der wegen ihrer Akustik gerühmten Kirche eindrucksvoll unter Beweis.

Pfarrerin Dorothee Löhr unterstrich, dass eine Vesper ein kurzes liturgisches Abendgebet im Christentum ist. Sie stellte den Abend unter das Motto „Annäherung“– nicht zuletzt wegen der in der Kirche aufgehängten Bilder von Gereon Schatten und Ali Yadegar-Youssefi. Die beiden Künstler verbindet eine Freundschaft, die auch in den gemeinsamen Bildern zum Ausdruck kommt.

Ali Yadegar-Youssefi bringt die traditionelle Bildsprache Persiens ein, während Gereon Schatten seine innere spontane Gefühlswelt beisteuert – in gemeinsame Arbeiten, die ohne Absprache entstehen, indem der eine den anderen fortsetzt und vollendet. Löhr wies darauf hin, dass die Künstler vor 15 Jahren bereits einmal eine gemeinsame Ausstellung in der Kulturkirche hatten.

Jetzt kam eine Fortsetzung des Themas, mit dem sich auch Schüler befassten. Sie hatten in Workshops im Religionsunterricht jeweils zu zweit eine Annäherung gemeinsam gestaltet. Als Vorlage wählten sie Picassos „Frau mit Vogel“ und interpretierten es auf ihre eigene Art. Ihre Arbeiten waren ebenfalls ausgestellt.

Schwenk zur Mondlandung

In Anlehnung an die Mondlandung vor 50 Jahren spielten Lehmler und Debus Variationen von „Der Mond ist aufgegangen“ und „Verleih uns Frieden gnädiglich“. In den sich anschließenden freien Improvisationen erklang auch die Stimme von Debus, während er den Bass gefühlvoll mit dem Bogen spielte. Lehmler trug dazu auf ihren beiden Saxofonen zu einer eher nachdenklichen Stimmung bei. Auch dies konnte als „Annäherung“ verstanden werden.

Löhr ergänzte das mit der Geschichte des Zachäus, von dem das Neue Testament der Bibel von seiner Begegnung mit Jesus berichtet. Zachäus war von den Römern eingesetzter Zöllner, der sein bisheriges Leben ändert und vor Gott gelobt, die Hälfte seines Besitzes an die Armen zu geben sowie geraubtes Gut vierfach wieder zu erstatten – eine Annäherung an den Glauben. has