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Pfingstberg Musiker um Michael Koschorreck und Marion LaMarché begeistern in Mensa der Pfingstbergschule

Allstar-Band hat Blues im Blut

Archivartikel

Zum mittlerweile siebten Mal öffnet das „Red House“, die Mensa der Pfingstbergschule, die Türen für die Konzertreihe „Pfingstberg Blues“. Den Auftakt der Musikveranstaltung stellt die „Pfingstberg Allstars Blues Band“ dar, eine Gruppe, die sich laut dem Pfälzer Musiker Timo Gross mittags um drei Uhr zum ersten Mal gesehen habe. Da Musik allerdings generell eine universelle Sprache sei, „gab es schon bei den ersten gemeinsamen Proben viele magische Momente“, erklärt Gross zufrieden.

Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung in der Pfingstbergschule 2012 von dem Sozialpädagogen Werner Aust. Er wollte damals den Stadtteil Pfingstberg aus der Vergessenheit holen und mit Musikern aus der Region einen kulturellen Treffpunkt für die Menschen aus dem Stadtteil anbieten. Dokumentiert werden die bisher stattgefundenen 15 Konzerte mit dem Album „Pfingstberg Blues – Red House“. Die Platte zeichne sich dadurch aus, dass alle Musiker bereits bei einem der vorherigen Konzerte aufgetreten seien, so Timo Gross. Der Erlös der Konzerte und des Albums kommen Schulprojekten und der „Nachbarschaftshilfe“ zugute.

Hohe Erwartungen

Die Erwartungen an die Allstar- Band sind hoch. „Ich bin ein großer Fan von Marion LaMarché und weiß, dass ich da etwas geboten bekomme,“ erklärt Hans Jürgen Ewald.

LaMarché ist neben Timo Gross, Michael Koschorreck, dem jungen Jazz-Musiker Jörg Teichert, dem Keyboarder Markus Lauer, Anna Krämer von „Die schönen Mannheims“ und der Münchner Rhythmusgruppe, bestehend aus Tom Peschel und Manfred Mildenberger, Teil der Allstar-Musiker. Da der Ansturm auf das Konzert groß war, mussten im Vorfeld sogar Zusatzstühle organisiert werden. Um kurz nach 20 Uhr stimmte die Band dann endlich den von Gross komponierten „Pfingstberg Blues“ an. Gross selbst führte das Publikum mit Witz und Charme durch den Abend.

Vom klassischen Blues über Rock- und Deltablues bis hin zur Mundart bieten die Protagonisten Musik auf hohem Niveau, in intimer Atmosphäre mit mehr als 100 Gästen. LaMarché singt „I’d rather go blind“ von Etta James, „der ersten ’Bluestante’, die auf Vinyl gepresst wurde“ und stellt ihre Stimmgewalt unter Beweis.

„Seid ihr am Leben?“

Anna Krämer sorgt mit Kabarett für die lustigen Momente des Abends, während Michael Koschrorreck „Seid ihr am Leben?“ zur Menge vor der Bühne ruft, um an seinen erst kürzlich verstorbenen Freund Robbee Mariano von den Söhnen Mannheims zu erinnern. Immer wieder antwortet die Menschenmenge lautstark mit „Ja“. Jörg Teichert überzeugt die Gäste mit dem „Catfish Blues“ und selbst komponierten Liedern mit Bezug zu Mannheim wie „Devil’s Bridge“.

Das Publikum wippt zu den Songs, zählt mit den Füßen den Takt und applaudiert begeistert. „Wenn man Musik macht, passiert das aus dem Moment heraus. Alles andere muss man dann vergessen“, so LaMarché. Bei Blues habe man besonders viel Freiheit, deshalb funktioniere das besonders gut. Zum Abschluss spielt die Band „Yellow Moon“ von the Neville Brothers und verabschiedet sich mit Werwolfs-Geheule, bevor als Zugabe noch einmal der „Pfingstberg Blues“ zum Besten gegeben wird. Die Reaktion des Publikums: tobender Beifall für die Pfingstberg-Blues-Allstars.