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Ost/Käfertal Reiseunternehmen Dechant feiert 30-jähriges Bestehen

Am Anfang waren die Boxer

Archivartikel

Dechant Kulturreisen mit Sitz in Mannheim-Käfertal feiert sein 30-jähriges Bestehen. 2020 steht zwar unter keinem guten Stern für die Tourismus-Branche, doch die Reiseveranstalter versuchen, so viele Reisen wie möglich stattfinden zu lassen und bis zum Ende der Pandemie durchzuhalten.

Vorsitzender des Hundevereins

Hinter dem Unternehmen steht Klaus Dechant, der vor 30 Jahren auf Umwegen zu seiner Geschäftsidee gekommen war. Am Anfang waren die Boxer. Nein, keine Fahrten zu Boxkämpfen, sondern eine Vorliebe für vierbeinige Knautschnasen. „Ich war 1990 Vorsitzender des Hundevereins Deutsche Boxer in Heidelberg, und es herrschte Aufbruchstimmung wegen der Wiedervereinigung. Unser Verein baute einen Kontakt zu einem Boxerclub in Dresden auf“, blickt Dechant zurück.

Die Hundebesitzer haben dankbar alles an Info-Material über Zucht- und Vereinsgeschehen angenommen, das ihnen in der DDR nicht zur Verfügung gestanden hatte. Man besuchte sich schließlich gerne gegenseitig, es entstanden Freundschaften. Einige der Dresdner waren in der Semperoper tätig und luden die neuen Freunde aus der Kurpfalz zu einer Aufführung ein. Eine Busfahrt musste organisiert werden. „Die erste war bereits im Februar 1990“, so Dechant. Es folgten weitere, die Geschäftsidee war geboren.

Kontakte zu knüpfen sei am Anfang schwierig gewesen, doch auch hier halfen die guten Freunde aus Dresden. Monatlich gab es damals drei Fahrten nach Dresden, Teilnehmer fand Dechant über die Theatergemeinde oder durch Werbung in Zeitschriften. „Die Leute aus der Region hatten einen großen Nachholbedarf, sie wollten auch nach Ost-Berlin in die Staatsoper, nach Leipzig ins Gewandhaus oder nach Weimar.“ Das Angebot wurde stetig erweitert, zum Beispiel mit Reisen an die Ostsee zu Traumstränden auf Usedom, Rügen und Hiddensee. Auch Themenreisen rund um Persönlichkeiten wie Goethe, Luther und Bach wurden entwickelt. Und wer sich fürs frühe Mittelalter interessiert, bucht die Straße der Romanik, die durch Sachsen-Anhalt führt. Das Einzugsgebiet ist groß, die Teilnehmer kommen aus der ganzen Region, von Darmstadt bis Heilbronn und aus der Pfalz. Im Laufe der Jahre wurde das Angebot immer größer und internationaler, doch die Reisen in die östlichen Bundesländer finden noch immer statt – wenn nicht gerade eine Pandemie herrscht.

Es regnet Absagen

„Zurzeit platzen die Termine und es regnet Absagen. Ende des Jahres könnte noch eine Flusskreuzfahrt möglich sein, da sich auf dem Schiff die Regeln gut durchhalten lassen,“ hofft Dechant. Und 2021 ist der 120. Todestag von Giuseppe Verdi. „Es gibt ein großes Verdi-Konzert in Parma, ich hoffe, wir können hinfahren.“

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