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Herzogenried Beliebter Kiosk soll verschwinden / Imbiss-Betreiber Mustafa Karassegül fürchtet um seine Existenz/ 3500 Unterschriften gesammelt

Anwohner kämpfen um den Erhalt des Döner-Imbiss „Keko“ im Ulmenweg

Archivartikel

Stammkunden ärgern sich, dass Mustafa Karassegül Ende Oktober seinen Döner-Imbiss „Keko“ auf der Freifläche des Einkaufszentrums (EKZ) Ulmenweg schließen soll. Auf Einladung der Bürgerinitiative „Bürger helfen Bürgern in Not“ hatten sich zahlreiche Freunde und Nutzer zum Protest vor dem beliebten Imbiss zusammengefunden. „Ich bin ganz überrascht von so viel Zuspruch, die Leute haben auch schon mal für mich demonstriert und Unterschriften gesammelt.“

Mustafa Karassegül freut sich darüber, aber die Reaktion seiner Stammkunden hat leider einen negativen Hintergrund: Nach sechzehn Jahren soll Pächter Karassegül seinen Döner-Imbiss aufgrund des derzeitigen Umbaus des Einkaufszentrums aufgeben.

Frist bis Oktober gesetzt

Seine Angst ist, plötzlich auf der Straße zu stehen sowie das, was er sich mit all seinem Herzblut erschaffen hat, entbehren zu müssen. Schließlich sei er nicht mehr der Jüngste. Die Besitzer des Grundstückes, die Eigentümergemeinschaft Bettels, wollten seinen Pachtvertrag schon zum 31. Mai 2019 beenden. Doch die Bürgerinitiative wollte die bereits getroffene Entscheidung nicht kampflos hinnehmen und veranstaltete ein Multikulti-Fest.

Am Anfang des Festes stand eine kleine Demo vom Döner-Imbiss ausgehend über den Parkplatz Richtung Lidl über die Straße zum Busparkplatz Ulmenweg und zurück zum „Keko“. „Mit unserem damaligen Fest haben wir 3500 Unterschriften der Anwohner sammeln können für die Erhaltung unseres Kiosks“, berichtete Sprecher Wolfgang Lang.

Daraufhin habe die Eigentümergemeinschaft dem Pächter noch einmal eine Frist bis Ende Oktober eingeräumt. Jürgen Bettels, Vertreter der Eigentümergemeinschaft Bettels, der weitere Wohn- und Geschäftsgebäude im Komplex des EKZ Ulmenweg gehören, hatte bei der letzten Bezirksbeiratssitzung im Juli dieses Jahres erklärt, der Dönerladen auf dem Vorplatz werde abgerissen und – falls alles klappt – solle an der Ecke zur Kreuzung ein Bäcker mit Café und zehn PKW Stellplätzen Platz finden. Aber ob die Pläne tatsächlich verwirklicht werden könnten, sei noch völlig offen.

„Auch deshalb können wir als Bürgerinitiative und die Anwohner im gesamten Herzogenriedgebiet nicht verstehen, weshalb dieser Döner-Imbiss der besonderen Art, wo die Menschen sich treffen, abgerissen werden soll“, sagte Wolfgang Lang.

„Mustafa Karassegül und seine Familie sind den Anwohnern im Laufe der Jahre sehr ans Herz gewachsen durch ihre freundliche, aufgeschlossene Art allen Menschen gegenüber.“ Vor 16 Jahren kam Mustafa Karassegül als Fremder ins Herzogenried – heute ist sein Döner-Imbiss auch ein wichtiger Bestandteil des Gemeindelebens.

Kaffee und gute Stimmung

In seinem Laden treffen sich Jung und Alt – auch einfach nur zum Quatschen. Andere loben die Qualität der angebotenen Speisen und dass man hier, wenn‘s Not tut, auch schon mal einen Kaffee bekommt.

Auch, dass der Imbiss-Besitzer immer für seine Kunden da ist, immer frohe Stimmung verbreitet. „Ich weiß ja auch alles von denen“, lacht Mustafa Karassegül. „Hier wird viel geredet, und ich kenne viele persönliche Geschichten.“

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