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Mitte/Herzogenried Veranstalter gehen auf die Bedenken der Bewohner ein / Grüne: „Kein optimaler Standort“

Autokino am Messplatz vom Tisch

Archivartikel

Ein Autokino auf dem Neuen Messplatz in der Neckarstadt-West wird es nicht geben. „Die Pläne sind vom Tisch“, sagt Michael Ackermann von der Film Commision Nordbaden, Startup Mannheim. Zwar sei die Fläche im Herzogenried „kein schlechter Standort“. Man müsse jedoch auch die Bedenken der Bewohner berücksichtigen.

Nach CDU und Bürgerinitiative Neckarstadt (wir berichteten) hatten sich auch die Grünen zu Wort gemeldet. Während der Ortsverband der Neckarstadt grundsätzlich Kulturangebote in diesen schwierigen Zeiten begrüßt, sieht er aber in einem Autokino nicht nur Vorteile. Als Alternativstandorte für ein solches Angebot hatten die Grünen den Parkplatz der SAP Arena und den Maimarkt vorgeschlagen. „Die Idee einer Kulturveranstaltung finde ich grundsätzlich gut. Da in Zeiten von Corona alternative Angebote geschaffen werden müssen und dies in einem geschlossenen Fahrzeug in der Regel besser umzusetzen ist“, so Grünen-Stadtrat Markus Sprengler. Die An- und Abfahrt von bis zu 350 Pkw im Herzogenried sei aber „keine optimale Lösung“. Sprengler regt an, darüber nachzudenken, inwieweit ein Angebot für Fußgänger und Radfahrer zeitnah möglich gemacht werden könne.

Auch Anne-Katrin Volkert, Sprecherin der Partei in der Neckarstadt-West und -Ost, sagt: „Gerade in einer Phase der Coronakrise, in der bei vielen der Wunsch nach einem kulturellen Programm wächst, sehe ich hier eine originelle Lösung“. Ein solches Angebot werfe organisatorische Fragen auf, die es zu klären gelte. In der Neckarstadt hätten vor allem die An- und Abfahrt der Autos zu „erheblichen Verkehrs- und Lärmbelästigungen für Anwohner führen und die ohnehin schon schwierige Verkehrssituation verschärfen können“, so Volkert. Auch sie sieht bessere Alternativen – die Parkplätze an der SAP Arena oder das Maimarktgelände. Diese würden die nötige Infrastruktur besitzen und es gebe keine Anlieger, die gestört würden. „Das Autokino ist ein Angebot, das lediglich Menschen anspricht, die ein Auto besitzen und in der Lage sind, den Eintritt zu bezahlen. Es ist notwendig, auch Kulturangebote für die Bürger zu schaffen, die diese Voraussetzungen nicht haben“, so Felix Schmedt vom Ortsverein.

Deshalb werde nicht nur das Autokino auf dem Maimarkt ab 25. Mai im größeren Stil umgesetzt, sagt Michael Ackermann. Man überlege auch, wie man mit kleineren Formaten der regionalen Kulturszene Auftrittsmöglichkeiten bieten könne – falls bald weitere Lockerungen der Coronabeschränkungen kämen.

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