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Rheinau Marktplatz-Sanierung nach den Sommerferien / Kriegerdenkmal bleibt an seinem Platz an der Durlacher Straße

Baubeginn ist erst im September

Archivartikel

Nach den Sommerferien im September beginnen voraussichtlich der Umbau und die Sanierung des Rheinauer Marktplatzes. Dies bestätigte Stadt-Sprecher Kevin Ittemann auf Nachfrage dieser Redaktion. Der Baubeginn läge damit mehr als drei Jahre nach dem Bürger, Stadträte und Planungsämter im Juli 2017 den Entwurf des Berliner Planungsbüros Tancredi Capatti und Matthias Staubach mit dem ersten Preis in einem Wettbewerb ausgezeichnet haben.

Wasserfontänen geplant

Zur Debatte waren damals 19 Entwürfe für den rund 4500 Quadratmeter großen Platz gestanden. Mit knapper Mehrheit hatte man sich für den Berliner Entwurf entschieden. Das Preisgeld betrug 10 000 Euro. In einem Workshop hatten Gewerbetreibende, Vereinsvertreter sowie interessierte Anwohner ihre Wünsche für einen neugestalteten Marktplatz zusammengetragen. In dem modellhaften Beteiligungsverfahren, an dem um die 80 Rheinauer mitgewirkt hatten, wurden die Bürgerwünsche in das nach den Regeln der Architektenkammer anonyme Wettbewerbsverfahren eingespielt.

Weniger Autos, Wasserfontänen wie auf dem Alten Messplatz, ein Café mit Außenbewirtschaftung, öffentliche Sitzgelegenheiten um die Bäume herum, Fitnessgeräte für Jugendliche standen ebenso auf der Bürgerwunschliste wie Fahrradständer sowie eine E-Bike-Ladestation direkt am Marktplatz. Die Maibaum-Hülse sollte in den Boden versenkbar sein, lautete ein weiterer, praktischer Verbesserungsvorschlag. Den Marktplatz auch als Festplatz besser nutzen – unter dieses Stichwort fielen damals Vorschläge wie bessere Strom- und Wasserversorgung für Feste, eine flexiblen Überdachung wie auf dem Marktplatz in Neckarau und eine funktionsfähige Toilettenanlage.

Der Capatti-Staubach-Entwurf, so waren sich die Beteiligten vor drei Jahren einig, biete bei der Platzierung von Brunnen und Uhr „bessere und flexible Gestaltungsmöglichkeiten“. Kritik gab es allerdings am geplanten Wegfall von Auto-Parkständen auf der Platzfläche zwischen Schwabenheimer und Wieblinger Straße.

51 Parkplätze vorgesehen

Insgesamt sind noch 51 Parkplätze vorgesehen. Es sollen auf dem Platz zusätzliche Bäume gepflanzt werden. Streit hatte es um das Kriegerdenkmal gegeben, das ebenfalls von dem zentralen Platz des Stadtteils verlagert werden sollte. Dass es schließlich an Ort und Stelle bleiben wird, hat nach Angaben des ehemaligen Bezirksbeirats Hajo Rickel (SPD) damit zu tun, dass das monumentale Denkmal selbst unter Denkmalschutz stehe.

Zahlreiche Bürgeranfragen, ob das Kriegerdenkmal wegen des seit längerem bestehenden Bauzauns doch abgetragen werden solle, verneint Rickel. Er selbst hätte das Denkmal lieber auf den Rheinauer Friedhof umgesetzt. „Dort findet das jährliche Totengedenken statt, dort gehört meiner Meinung auch das Denkmal hin“, hatte er im Gespräch mit dieser Redaktion bekräftigt.

Der ursprünglich für März 2020 vorgesehene Beginn des rund zwei Millionen Euro teuren Umbaus des Rheinauer Marktplatzes verzögert sich, weil die Planungen für die neuen Wasserspiele länger als vorgesehen gedauert hätten, wie Ittemann erläutert. Derzeit erstelle der Stadtraumservice die Ausführungsplanung. Ittemann: „Die Veröffentlichung und Vergabe der Bauleistungen der Maßnahme sollen im Sommer diesen Jahres erfolgen. Die Baumaßnahme wird daher voraussichtlich Anfang September beginnen.“ Über das genaue Datum des Beginns der Arbeiten vor Ort werde der Rathaus-Fachbereich Stadtraumservice „umfangreich informieren.“ Die Bauzeit betrage etwa ein Jahr.

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