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Neckarau Arbeiten an der Haltestelle Markuskirche dauern an / Austausch der Unterstände sorgte für Ärger bei den Fahrgästen

Baustelle führt RNV-Kunden in die Irre

Archivartikel

Modern und komfortabel sollen sie sein, die neuen Fahrgastunterstände vom Typ „Avenue Mannheim“. Rund 550 Fahrgastunterstände im Mannheimer Verkehrsgebiet der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) werden in den kommenden zwei Jahren an das neue Design mit Bezug auf zeitlose Motive der Stadt angepasst.

Keine Sitzmöglichkeiten

Am 25. Juni hat die erste größere Phase des Austauschs begonnen. Doch was den Fahrgästen mehr Komfort durch bequemere und temperaturneutrale Sitzgelegenheiten sowie übersichtlichere Informationen bieten soll, hat an einigen Stellen zunächst für mächtig Ärger bei den RNV-Kunden gesorgt. So auch an der Haltestelle Markuskirche in Neckarau. „Hier ist eine riesige Baustelle, alles ist abgesperrt. Die Sitzmöglichkeiten sind weg, genauso wie die Abfallkörbe. Durch die Absperrungen weiß man überhaupt nicht, wie man zu der Ersatzhaltestelle kommen soll“, ärgert sich eine Leserin dieser Zeitung, die ihren Namen nicht in den Medien lesen möchte. Die Frau, die in der nahegelegenen Seniorenresidenz Niederfeld lebt und fast täglich an der Haltestelle Markuskirche in die Bahn einsteigt, berichtet von waghalsigen Manövern ratloser RNV-Kunden. „Da laufen Kinder über die Gleise, Leute mit Rollatoren schieben diesen über die Steubenstraße, weil der Zugang zum Übergang versperrt ist und es keinen Hinweis gibt.“

Auch Michaela Noack hat offenbar die am Anfang der Absperrung angebrachte Fahrgastinformation der RNV nicht gesehen, auf der etwas kompliziert die Wegeführung während der Bauarbeiten dargestellt ist. Sie nutzt den eigentlich abgesperrten Weg entlang der Gleise, um zur Ersatzhaltestelle zu kommen. Der 36-Jährigen ist durchaus bewusst, dass das Laufen auf dem sehr schmalen Streifen entlang der Absperrung nicht ungefährlich ist. „Das ist doch die einzige Möglichkeit, um überhaupt hierher zu kommen. Ich empfinde es als Zumutung, gerade auch für ältere oder behinderte Menschen. Anfangs war ich mir unsicher, ob hier überhaupt noch eine Straßenbahn fährt. Mich ärgert das.“

„Wir wissen, dass die Situation für unsere Fahrgäste während des Umbaus nicht einfach ist. Die Lage der Haltestelle Markuskirche im Straßenraum und die der Fußgängerüberwege hat die Zuwegung zur Haltestelle während des Umbaus leider sehr schwer gemacht. Die Alternative wäre gewesen, die Haltestelle komplett zu sperren“, bedauert RNV-Sprecher Moritz Feier die entstandenen Unannehmlichkeiten. „Eine Querung der Gleise oder Nutzung der Straßen erfolgt auf eigene Gefahr. Wir appellieren daher an unsere Fahrgäste, nicht auf Schienen und Straßen zu laufen und bitten um Geduld “, so Moritz Feier weiter.

Doch ein weiterer Umstand verstärkt den Unmut der Fahrgäste an der Haltestelle Markuskirche. Während eine Information der RNV das Ende der Umbaumaßnahmen zunächst für den 9. Juli versprach, wurde dieser Termin plötzlich durchgestrichen und auf den 25. Juli verlängert. „Leider ist es beim Abbau der alten Anlagen zu einer Beschädigung von unterirdischen Leitungen gekommen. Das führte zu einem Baustellenstopp“, erklärte Frauke Bank, Sprecherin der bauausführenden Firma Wall, die weitere Verzögerung auf Nachfrage dieser Zeitung.

Infopersonal einsetzen

Sie versprach den Aufbau der neuen Fahrgastunterstände an dieser Haltestelle für den Abend des 23. und den Vormittag des 24. Julis. Doch auch am 25. Juli war kein Ende der Baustelle in Sicht. Auf Nachfrage erklärte RNV-Sprecher Feier: „In den letzten Tagen wurden die Arbeiten durch die große Hitze erheblich erschwert, die beauftragte Firma musste aus Arbeitsschutzgründen Abläufe anpassen.“ Wenn nichts mehr dazwischen komme, könne die Teilsperrung der Haltestelle am 27. Juli aufgehoben werden. Moritz Feier sagte zu: „ Wir werden die Erfahrungen, die wir jetzt an der Haltestelle Markuskirche gemacht haben, bei den weiteren Arbeiten im Stadtgebiet berücksichtigen und beispielsweise bei einigen Haltestellen Infopersonal einsetzen, um den Fahrgästen in den ersten Tagen die Wege zu erklären.“