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Innenstadt Fünf Baugemeinschaften schließen Großprojekt im Quadrat C 7 ab / Sommerliche Eröffnungsfeier mit vielen Gästen

Begegnung in der „Grünen Mitte“

Archivartikel

Am „Tag der Städtebauförderung“ ist im Beisein zahlreicher Gäste die „Grüne Mitte“ im Quadrat C 7 eröffnet worden. „Hier haben fünf Baugemeinschaften zusammen mit der Städtebauförderung ein vorzeigbares und gelungenes Beispiel geschaffen, in dem alle gewünschten Elemente zusammengefunden haben“, erklärte Stadträtin Helen Heberer (SPD). In der „wunderbaren Anlage“ C 7, 1-14 sei historische Bausubstanz der ehemaligen Geburtsklinik Luisenheim, die 1903 als eine der ersten in Süddeutschland gebaut wurde, mit Gebäudeteilen aus der Nachkriegszeit umsichtig und behutsam modernisiert, erweitert und aufgewertet worden, so Heberer.

2006 habe die Stadt entschieden, das ehemalige Amtsgebäude mit angrenzenden städtischen Grundstücken als Wohnstandort für private Baugemeinschaften zu entwickeln. Entstanden sei „eine kleine dörfliche Gemeinschaft mitten in der Stadt“, erzählte Bewohner Ulrich Bormuth. „Es war ein Prozess über zehn Jahre mit viel Herzblut und Engagement.“ Zunächst musste der Verkauf aller Wohnungen erfolgen, sagte er, bevor die Grundstücke und das Amtshaus von der Stadt erworben werden konnten. 2011 begann die Entkernung des alten Amtsgebäudes. Der Entwurf des Architekturbüros Kaupp & Franck sah als zentrales Element den Durchbruch durch das ehemalige Sozialamt sowie die Nutzung der „Grünen Mitte“ für alle fünf Baugruppen vor, die in Planung und Entwicklung aktiv eingebunden wurden.

74 neue Wohnungen

Als erste der fünf Baugruppen wurde „maisonNETT“ (Kaupp + Franck Architekten) fertiggestellt, 2015 mit dem Deutschen Architektenpreis ausgezeichnet. Es folgten 2013 und 2015 die Baugruppen „CITYLOFT“ (Kaupp + Franck Architekten), „Wohnen am Stadtwall“ (Lindemann Architekten) und „Gruppe IV“ (Striffler + Striffler Architekten) sowie Ende 2016 „Krämerhof“ (Löffler Schmeling Architekten). Insgesamt sind so 74 neue Wohnungen für 150 Bewohner entstanden.

Die Fertigstellung der „Grünen Mitte“, die alle fünf Bauprojekte und ihre Bewohner miteinander verbindet, erfolgte im Spätsommer 2017. Sie wurde unter Beteiligung aller Bewohner konzipiert und umgesetzt – mit Bäumen, Spielplatz oder etwa Urban Gardening (Gärtnern in der Stadt). Die „Grüne Mitte“ ist ein Ort der Begegnung, wie auch bei der Eröffnungsfeier.

Ein weiteres, verbindendes Element sei die Kunst. Die Bewohner des Amtshauses stimmten Anfang 2015 der Nutzung ihres Treppenhauses als Galerie mit Schwerpunkt „Fotografie“ zu. Pro Jahr werden zwei bis drei Ausstellungen organisiert – mit bis zu 150 Besuchern bei den Vernissagen in C 7.

Nachbarschaft begeistert

Bei Führungen durch das Haus konnten die Gäste einen Blick in zwei Wohnungen werfen – großzügig geschnitten, hell und kreativ aufgeteilt. Michael Lammert, der in der Nachbarschaft wohnt, fand den „Entstehungsprozess sehr spannend. Es ist schön, was da entstanden ist.“ Martina und Robert Kandutsch, die früher in C 8 und heute beim Schloss wohnen, gefiel besonders, „dass die Anlage mehr oder weniger geschlossen ist, so dass sich die Kinder frei bewegen können. Aber auch das Grün und die Kunst in der Stadt sowie die farbliche Gestaltung der Gebäude, das die unterschiedlichen Pats getrennt voneinander abgesetzt sind, ist gut.“

Stadtrat Thomas Hornung (CDU) lobte „die wunderbare Sanierung, hochwertig und mit viel Liebe zum Detail“. Den Bestand erhalten und Neues schaffen sei die Kunst in Mannheim. Mehr als 70 Bewohner, das sei nicht wenig aber trotzdem nicht überbelegt in der Stadt. „Dass es hier noch Luft zum Atmen gibt, ist wunderbar gelungen, und schön ist auch, dass sich die Bauherrengemeinschaften für die Innenstadt entschieden haben und nicht aus der Stadt herausgegangen sind“, sagte der Stadtrat.