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Lindenhof Einblicke in die arabische Küche und Lebensweise bei der Veranstaltung „Kultur geht durch den Magen“

Begegnungen zwischen Herd und Tisch

Es ist Samstagnachmittag. In der Küche der Lanzkapelle wird fleißig geschnippelt und gekocht. „Bloß nicht zu viel Füllung reintun“, tönt es aus Menschenmenge. Eine Frau mischt Weichkäse mit Petersilie und Koriander. „Die Teigröllchen dürfen nicht so dick sein“, ruft Kamr Derbas. Mit einem großen Löffel schaufelt ihr Ehemann, Salah Al-Kurdiyeh, Hähnchenfleisch – gewürzt mit Knoblauch und Zimt – in die Pfanne, während seine Frau die dampfende Mischung kräftig umhebt und den Rest der Köche beaufsichtigt. Ihr jordanischer Mann gibt munter weiter Frühlingszwiebeln, Mandeln und Nüsse in die Pfanne. Der gelernte Koch spricht im Gegensatz zu seiner Frau kaum ein Wort Deutsch. Doch mithilfe des Projekts „Kultur geht durch den Magen“ können er und andere Mitglieder der Deutsch-Arabischen-Gesellschaft gemeinsam kochen und Gastgeber für einen kulinarischen Abend sein.

„Gemeinsames Kochen und Essen verbindet, es baut Brücken zwischen Menschen“, davon ist Jens Flammann von Stadtevents Mannheim überzeugt. Mit der Bürger- und Interessengemeinschaft BIG Lindenhof und dem Kulturverein KulturQuerQuerKultur hat er die Reihe „Kultur geht durch den Magen“ ins Leben gerufen.

Nach Genüssen aus Marokko und Korea stand nun die arabische Küche auf dem Speiseplan. Das Projekt will Einheimische und Zugezogene einladen, einander näher zu kommen. Zwischen Herd und Esstisch entstehen Begegnungen, die laut Flammann in Gespräche oder vielleicht sogar in Freundschaften münden können. Beim Austausch auf Augenhöhe wachsen aus seiner Sicht auf beiden Seiten Verständnis, Respekt und Wertschätzung.

Manuela Matanoric aus Neckarau könnte ihren freien Samstag vielleicht auch anders verbringen. Doch die 18-jährige Studentin ist neugierig auf die arabische Küche. Dass sie bei der Zubereitung mitmachen kann, sei „viel interessanter als nur zuschauen“.

Auch Fabian Klein, ein Jungunternehmer aus der Schwetzingerstadt, sieht das ähnlich. Er habe arabische Restaurants besucht und versucht, die Gerichte nachzukochen. „Gemeinsam mit einem Koch aus dem arabischen Raum die Speisen zuzubereiten, ist natürlich spannend“, erklärte er begeistert.

Grenzenlose Gastfreundschaft

Mit passender arabischer Musik wird das Büffet aufgebaut: Gefüllte Teigröllchen mit Weichkäse und Petersilie sowie mit Hackfleisch (Moajennat), ein Reisgericht mit Lamm oder Hähnchenfleisch, gewürzt mit Zwiebeln, Knoblauch, Zimt, Baharat, Mandeln und Nüssen (Mansaf) frittierte Bällchen aus Kichererbsen und Bohnen mit Gewürzen und Kräutern (Falafel) und Petersiliensalat (Taboule) lassen den Gästen das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Conny Tlusteck, die seit 26 Jahren zweimal im Jahr Ägypten besucht und schon zwei Jahre dort gelebt hat, liebt die arabische Küche und die dort lebenden Menschen. „Sie suchen die Gemeinschaft“, sagt die Krankenschwester aus Ludwigshafen. Auch die Gastfreundschaft der Araber dürfe nicht unerwähnt bleiben. „Einmal eingeladen sind sie erst zufrieden, wenn der Gast alles probiert hat“, gibt sie lachend zu.