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Hochstätt Der Frauenkreis der Immanuel-Pfingstberggemeinde trifft sich zum 700. Mal

Beisammensein mit Vorlesen und Singen

Archivartikel

Der Tisch im Personalraum ist festlich gedeckt. Erzieherin Vanessa Schöllkopf hat eine Torte gebacken. Kinder singen fröhliche Lieder und überreichen selbstgebastelte Geschenke. Der Frauenkreis der Immanuel-Pfingstberggemeinde traf sich zum 700. Mal in den Räumen des Evangelischen Eltern-Kind-Zentrums (ElKiZ) Kieselgrund. An der Feier nahmen auch ElKiZ-Leiterin Claudia Hauschild und Pfarrer Hansjörg Jörger teil. „Unser Frauenkreis besteht schon seit mehr als 33 Jahren, er wurde gegründet, weil es auf der Hochstätt nichts gab, kein Café und keine Gaststätte, wo sich die Frauen treffen konnten“, berichtete Sprecherin Irmgard Wammes.

Runde ohne Männer

Am 4. März 1986 hätten sie sich das erste Mal getroffen, zeigte sie anhand ihrer Buchführung im Miniformat, die ebenso wie die Kaffeekasse in eine kleine Tabakdose aus Blech passt. „Damals hieß der Frauenkreis noch Seniorenkreis“, erzählte Wammes. Auch Männer waren eingeladen, seien aber nie gekommen. Außerdem habe einige der Damen der Begriff „Senioren“ gestört, weshalb sie ihren Treff kurzerhand in „Frauenkreis“ umbenannten. Angefangen habe es mit Frauen aus dem Bastelkreis der Gemeinde.

Hinzu kamen Frauen vom Turnverein SC Pfingstberg-Hochstätte und vom ehemaligen Gesangverein Frohsinn. Auch Frauen, die weggezogen sind, kommen immer wieder zu den Treffen, die anfangs im Andachtsraum im evangelischen Gemeindezentrum stattfanden. Dieses wurde später umgebaut zu einem Kindergarten mit vier Gruppen. Es gab noch einen Gemeinderaum, wo sich die Frauen fürderhin trafen. 2010 folgte der erneute Umbau zum ElKiZ mit drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen. Der Gemeinderaum fiel weg.

Seitdem stellt ElkiZ-Leiterin Claudia Hauschild dem Frauenkreis ihren Personalraum zum Treffen zur Verfügung. Heute treffen sich dort jeweils 12 bis 15 Frauen aus Hochstätt, Pfingstberg und Rheinau, ab 70 Jahre aufwärts, zweimal im Monat jeweils dienstags um 14.30 Uhr, um gemeinsam Kaffee zu trinken, miteinander zu plaudern und sich auszutauschen. Es ist ein gemütliches Beisammensein. Wer Geburtstag hat, backt einen Kuchen oder spendet Geld zum Kuchenkauf; eine richtet den Kaffee, die andere deckt den Tisch. Vor Weihnachten wird auch mal gebastelt, „Aber wichtig ist das Singen und Vorlesen“, betonte Wammes. Pfarrer Jörger gibt mit kleinen Geschichten Denkanstöße.

„Doch es ist keine religiöse Veranstaltung. Nicht nur evangelische oder katholische, sondern auch Frauen anderer Religionen und aus anderen Kulturkreisen sind im Frauenkreis willkommen.“ Mit besonderer Freude wird das gemeinsame Singen gepflegt. Pfarrer Jörger stimmt mit seiner Gitarre zu bekannten Volksliedern oder Schlagern wie „Marmor, Stein und Eisen bricht“ oder „Über den Wolken“ an. Vergnügen bereitet auch das Gedächtnistraining. „Ein herzliches Miteinander zeichnet unseren Kreis aus. Gerne heißen wir Neubürgerinnen oder auch jüngere Frauen willkommen.“, erklärte Gründungsmitglied Charlotte Weber.

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