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Innenstadt Zweites Tanzfestival am Herschelplatz

Bewegendes Projekt stärkt Schüler

Tombola, Kinderschminken, ein großes Buffet mit allem, was das Herz begehrt – und freudige Stimmung unter den tanzenden Kindern. Es herrscht reges Treiben vor der Maria-Montessori-Schule. „Ich bin sehr aufgeregt“, gesteht Aleyna Anatca. Die Zwölfjährige tanzte einmal pro Woche an der Johannes-Kepler-Gemeinschaftsschule. Nun steht sie erwartungsvoll vor der Bühne des zweiten Tanzfestivals. Aleyna ist eine von 60 Schülern, die an einer der vier teilnehmenden Schulen den einjährigen Streetdance-Tanzkurs belegte – jetzt kommt das Gelernte zur Aufführung. Das Projekt „Tanz an Schulen“ wird von Tanztrainern aus der Hip-Hop-Szene begleitet. Mit der Jugendförderung der Stadt, die das Programm seit 2010 fördert, bekommen Jugendliche der Klasse sieben bis zehn die Möglichkeit, ihr Körperbewusstsein zu steigern.

„Über Tanz kann man toll seine Gefühle ausdrücken“, sagt Eva Schulze-Brüggemann, die im Bereich kulturelle Bildung der Jugendförderung arbeitet und das Projekt leitet. „Wir haben viele lernschwächere Kinder. Das Tanzen gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Schwächen zu kompensieren, denn dabei merkt man keinen Unterschied und sie können auch neben Stärkeren glänzen“, sagt Alexandra Müller-Otto, die seit eineinhalb Jahren Förderschulrektorin an der Maria-Montessori-Schule ist. Dass das Tanzen auch bei der Entwicklung der Persönlichkeit, dem Selbstwertgefühl und der Teamfähigkeit hilft, ist an der Vielzahl der Angebote sichtbar, die für Jugendliche in der Stadt bereitstehen. So bieten Jugendhäuser, die an dem Festival teilnehmen, oft kostenfreie Tanzkurse an.

Nadja Gößner, die über Freunde von dem Festival erfuhr, ist ebenfalls begeistert. „Ich tanze seit sechs Jahren Videoclip-Dancing und Hip Hop. Solche Feste sind großartig, um zusammenzukommen und sich mitreißen zu lassen“, sagt die 19-Jährige. Chantal Miller, die unter anderem die Gruppe der Maria-Montessori-Schule trainierte, arbeitet als freiberufliche Tanzlehrerin in Jugendhäusern und Schulen. „Tanzen ist Sport und Fitness für Körper und Seele“, sagt die 23-Jährige, die für das heutige Tanzfestival insgesamt drei Gruppen trainierte. Neben Hip Hop, Zumba und Schautanz glänzten auch Beatboxgruppen auf der Bühne. Die Zuschauermenge ließ sich begeistert zum Start des Tanzfestivals von einem „Flashmob“, einer spontanen Tanzeinlage mitreißen. Kommendes Jahr können sich alle Tanzbegeisterten und Besucher dann auf das Festival an der Johannes-Kepler-Gemeinschaftsschule freuen. nam