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Neckarau Narrengilde „Die Pilwe“ nimmt Abschied von der Fasnacht

Blick auf „großartige Kampagne“

Archivartikel

Wieder ist sie nicht alt geworden, die liebe Fasnacht – und in Neckarau gibt es an diesem doch eigentlich tristen Abend dennoch einiges zu feiern. Denn selbst, wenn die traditionelle Narrengilde „Die Pilwe“ ihren guten Freund nach 134 Tagen am Aschermittwoch zu Grabe tragen muss: Die hatten es in sich.

Im Gespräch mit dem „Mannheimer Morgen“ blickt „Pilwe“-Vizepräsident Matthias Böckel auf eine „großartige Kampagne“, die schöner kaum hätte verlaufen können.

Rindfleisch zum Auftakt

Schon das Rindfleischessen zum Beginn der närrischen Wochen sei „hervorragend“ angenommen worden – von der gelungenen „Pilwe“-Nacht, bei der sich Kleinkunst, kulinarische Genüsse und Tanz zum traditionellen Rendezvous verabreden, hat er da noch gar nicht gesprochen. Zum selbst ausgerichteten Gardeball mit 16 befreundeten Vereinen habe man stolze 800 Besucher in eine restlos ausverkaufte Rheingoldhalle gelockt und auch die Teilnahme bei den Umzügen in Stadtteil und Innenstadt beurteilt Böckel als „sehr gelungen“. Allein bei der Nachfrage zur großen Prunksitzung sieht der Vizepräsident noch ein wenig Luft nach oben. Für einen Verein, der mit derzeit 450 Mitgliedern gut dasteht, allein in dieser Kampagne vier neue Elferräte in seinen Reihen begrüßen durfte und sich auch beim Garde-Nachwuchs keine Sorgen macht, eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Wäre da am Aschermittwoch nicht noch eine ärgerliche E-Mail der Stadt im Postfach von Präsident Rolf Braun gelandet: Man könnte fast von einer perfekten Fasnachts-Saison sprechen. Denn dass die „Pilwe“ zur Ermöglichung des Neckarauer Umzugs mit Beschilderungen und zahllosen weiteren Vorbereitungen für den Umzug jährlich tief in die Tasche greift, sehe man in der Stadt zwar gerne - „wenn wir dann aber dazu aufgefordert werden, jedes Gutzel, das noch auf der Straße liegt, zu entfernen, weil uns die Stadtreinigung die Säuberung sonst in Rechnung stellt, ist das schon ein großes Ärgernis“, wie es Matthias Böckel zusammenfasst.

Was die Trauergemeinde des Abends von ihrem bittersüßen Vergnügen dennoch nicht abbringen sollte. In einer bewegenden Abschiedsrede schaute Präsident Rolf Braun samt weinender Narrenschar im Restaurant „Zur Schindkaut“ auf all die durchwachten Nächte und durchgetanzten Schuhe zurück - und konnte sich vor dem Mahl mit Hering, Gurken und Kartoffeln einen augenzwinkernden Seitenhieb doch nicht verkneifen: „An die acht Stunden Schlaf zu Hause bei ihren Lieben müsst ihr euch sicher erst einmal wieder gewöhnen!“