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Innenstadt Improvisationstheater in der Stadtbibliothek Mannheim bringt Besucher zum Lachen und erntet viel Beifall

Bücher erwachen zum Leben

Markus Rohr und die Improvisationstheatergruppe „Die Szenemacher“ spielen im Dalberghaus der Stadtbibliothek spontane Szenen, angeregt durch dort ausgestellte oder mitgebrachte Bücher. Der Abend im Dalbergsaal mit passender musikalischer Begleitung durch das Duo „2 Cafés Longs“ war eine gemeinsame Veranstaltung der Zentralbibliothek und der Musikbibliothek der Stadtbibliothek Mannheim.

Die Zuschauer dürfen zum Aufwärmen ihre Vornamen in den Saal rufen und danach den Vornamen ihrer Mutter. Dann ein Blick zum direkten Nachbarn und sagen, an welches Haushaltsgerät er erinnert. Rückwärts zählen von fünf bis eins und die nächste Szene beginnt. Edda Grenz inspiriert mit einem Gedicht über ein Rehkitz, das von Mannheim nach Hamburg kam – und wie, ist doch klar mit der Reeperbahn. Zum Drama-Sound von Pianist Roland Surblys, der ebenfalls live improvisiert, entspinnt sich in der nachfolgenden Szene eine seltsame Begegnung mit Zwergen. Beim Reklam-Spiel entscheiden sich die Zuschauer für „Faust – der Tragödie erster Teil“.

Während Markus Rohr Gemüse schnippelt, darf Mira Strauß auf Zuruf der Zuschauer nur das lesen, was auf der entsprechenden Seite steht. Daraus entwickelt sich ein handfester Streit. Das Publikum lacht, die Darsteller bringen viel Humor und Skurrilität in ihr Spiel, wobei sie sich auch Zeit für neue Ideen und Kursänderungen nehmen. Das Publikum hatte beim Anblick des mit dem Messer drohenden Ehemannes noch überrascht aufgelacht, doch die Darsteller entwickelten daraus schnurstracks eine ulkige Nummer über Heidi, den Geißenpeter und zwei Partymäuse, die mit Whats App und Instergramm Heidis Großvater zur Verzweiflung treiben.

Ob als kleines aufgedrehtes Mädchen oder als frustrierter Opa – die Ensemblemitglieder schlüpfen mit Charme und Begeisterung in unterschiedlichste Rollen, singen, reimen und tanzen. Wenn sie bei einer laufenden Szene den Schlusspunkt erspüren, schließen sie kurzerhand den nicht vorhandenen Vorhang und verbeugen sich. Manchmal etablieren sie auch neue Räume auf der Bühne und erklären dann: „Hier steht die Almhütte, dort hinten ein dürrer Baum.“ Oder sie rufen plötzlich „Schnitt“ und bauen einen Zeitsprung oder Ortswechsel in ihre Darbietung ein. Das Publikum staunt über Nachbarschafts-Streitereien, deren blutiger Ausgang mit variantenreichen Pianoklängen und Stimmakrobatik unterstrichen wird. Der Ausgangspunkt hierfür waren übrigens drei Monologe – zum einen über ein Hunde-Verbot im Park, zum anderen einen Taugenichts und drittens eine überlastete Mutter.

Besonders viel Beifall erntete ein Interview mit einem hochgelobten Regisseur und seiner Schauspielerin zum Film „Zwei nackte Läuse“– der Titel resultiert aus Zurufen von Zahl, Adjektiv und Substantiv aus dem Publikum. Zwei Stubenfliegen und zwei Marienkäfer umschwirren das Trio in wildem Tanz. Was kann schöner sein als eine Nacht wie diese!„A night like this: Mit ihrem Lied sprach das Duo „2 Cafés Longs“ (Roland und Susanne Surblys) dem begeistert applaudierenden Publikum aus dem Herzen.

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