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Nord/Mitte Verkehrsprojekt liegt seit 2004 auf Eis

CDU bringt Tangente wieder ins Spiel

Archivartikel

Die CDU Sandhofen ruft ein Verkehrsprojekt auf den Plan, das seit 16 Jahren in den Schubladen der Verwaltung schmort: die sogenannte Westtangente. Vom Bau der Umgehungsstraße zwischen der Kurt-Schumacher-Brücke und Sandhofen über die Friesenheimer Insel (Diffenéstraße, Vollausbau) hatten sich Experten und Politiker (auch SPD und Grüne) nicht nur die Entlastung der Innenstadt vom Durchgangsverkehr versprochen. Die Westtangente sollte auch der Wirtschaft im Norden und den Unternehmen auf der Friesenheimer Insel zugutekommen. 2005 einigte sich der Gemeinderat auf eine Trassenführung, die danach weiter entwickelt wurde. Ergebnisse liegen seit 2008 vor.

Die CDU Sandhofen hatte damals ebenfalls den Bau unterstützt. Ortsvorsitzender Wilken Mampel: „Der Ortsverband stand damals positiv zu diesem Projekt“. Seit 2013 bestehe, so Mampel, immerhin ein rechtsgültiger Bebauungsplan für den Abschnitt der B 44 zwischen Bürstadter Straße und Bundesautobahn BAB 6. Darin seien, so Stadtrat Egon Jüttner, der planfreie Ausbau der Verkehrsknotenpunkte Frankenthaler Straße (B 44)/Bürstadter Straße und Frankenthaler Straße (B 44)/Viernheimer Weg sowie die Südseite der Anschlussstelle B 44/A 6 beinhaltet.

Immense Kosten

Zur Erinnerung: Anfang 2004 hatten die Politiker den Verlauf von der Kurt-Schumacher-Brücke in Hochlage über den Verbindungskanal linkes Ufer und den Neckar über die Friesenheimer Insel zur B 44 beschlossen. Die Westtangente war als vierspurige Straße mit Tempo 50 vorgesehen. Der Anschlussknoten sollte an der Kurt-Schumacher-Brücke angesetzt werden – mit Verbindung zur Innenstadt und Richtung Ludwigshafen. Im Handelshafen wurde die Trasse in aufgeständerter Hochlage geplant.

Über den Neckar sollten die Autos parallel zur bestehenden Bahnbrücke rollen, danach weiter im Bereich der Inselstraße, die von zwei auf vier Spuren ausgebaut werden und Richtung Norden zur weiteren Neckarquerung ansteigen sollte. Statt aufwendiger Rampen war vorgesehen, dass sich der Verkehr über zwei Kreisel, in die Industrie- und hin zur Untermühlaustraße verteilt. Geschätzte Kosten schon damals: 120 Millionen Euro.

Entlastung vom Lastverkehr

In den Stadtteilen versprachen sich die Bewohner dadurch eine enorme Entlastung vom Schwerlastverkehr – eine Aufforderung zum Handeln bis heute. Die Verkehrsbelastung, so schätzten Experten damals, könnte allein auf dem ersten Bauabschnitt bereits 85 Prozent einer möglichen Belastung auf der voll ausgebauten Westtangente betragen. Eine erste Entlastungswirkung wurde auch in der Untermühlau- (minus 36 Prozent), auf der Seiler- (minus 52 Prozent) und der Dalbergstraße (minus 57 Prozent) vorhergesagt.

Aufgrund wiederholter Nachfragen aus der Bürgerschaft habe man sich deshalb an die Stadt gewandt, so Jüttner, mit der Bitte um Mitteilung des aktuellen Stands dieses Vorhabens. Ergebnis: „Aufgrund fehlender politischer Mehrheiten und fehlender finanzieller Mittel sei mittelfristig keine Realisierungsmöglichkeit abzusehen.“ Auch das Land Baden-Württemberg verfolge derzeit nicht die Realisierung eines Vollkleeblatts der Autobahnanschlussstelle Mannheim-Sandhofen, so die CDU.

Wilken Mampel, die zwei weiteren CDU-Bezirksbeiräte Frank Loreth und Sascha Schmidt und auch Egon Jüttner wollen sich damit nicht zufrieden geben und die Westtangente wieder aufgreifen: „Für uns ist hier noch nicht das letzte Wort gesprochen. Das Thema darf nicht auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben werden“, fordern Jüttner und die drei Bezirksbeiräte übereinstimmend.

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