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Neckarau Erster Hofflohmarkt ein voller Erfolg / Besucher auch aus anderen Mannheimer Stadtteilen

„Das bringt Leben in die Straße“

Ganz Neckarau glich einem Trödelmarkt. 15 Haushalte an verschiedenen Orten im Stadtteil hatten sich an den von René Götz initiierten ersten Hofflohmärkten in Mannheim beteiligt. Während des Trödelns konnte man auch einen schönen Nebeneffekt beobachten: Das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Anwohnern, besonders unter den Nachbarn, wurde bei einer Tasse Kaffee und einem Plausch vertieft.

An verschiedenen Hoftoren in Neckarau hingen bunte Luftballons, anlässlich der Fußballweltmeisterschaft auch Banner in den Nationalfarben und vor einigen Häusern standen Schilder, die auf einen Hofflohmarkt aufmerksam machten. Die Buchhandlung Schwarz Weiß hatte im Vorfeld Flyer zum Mitmachen ausgelegt. „Die Buchhandlung ist ein Anlaufpunkt für viele Kunden, die sich hier mit Informationen über Veranstaltungen im Stadtteil versorgen“, berichtete Mitarbeiterin Ute Mirbach. Als Anwohnerin Annette Gehr gefragt habe, ob sie hier die Flyer auslegen kann, habe Inhaber Holger Braunweiler gleich zugesagt.

Das Hofflohmarkt-Gebiet in Neckarau erstreckte sich von der Fischerstraße bis zur Aufeldstraße und von der Steubenstraße bis zur Straße Unter den Weiden. Um 10 Uhr morgens sollte der Hofflohmarkt starten, aber die ersten Schnäppchenjäger waren bereits beim Aufbau unterwegs. Das Angebot war breitgefächert. Neben Haushaltsartikeln, Kleidung, Spielsachen, Bücher und CDs standen auch eine Carrera-Bahn, Fahrräder und Lampen zum Verkauf. Auch manch nie gebrauchtes Teil erhielt noch eine Chance. Einziger Hofflohmarkt in der Blumenstraße war der von Ramona Prins.

„Ich liebe Flohmärkte und besuche regelmäßig die Krempelmärkte“, erzählte sie. Ein Hofflohmarkt biete viele Vorteile, erklärte sie. Man könnte alles in Ruhe aufbauen und habe viel mehr Platz als auf einem normalen Flohmarkt. Sie hätte sich gewünscht, dass noch mehr Nachbarn mitmachen. „Vielleicht nächstes Jahr“, hoffte sie. Alles müsse in Neckarau erst mal anlaufen. Gleich drei Hofflohmärkte gab es in der Friedenstraße. Sandra und Jochen Rieth boten vor allem viel ausgedientes Kinderspielzeug an. Aber auch ein altes Kofferradio und verschiedene Bohrer warteten auf Kunden. Ihre Nachbarn, Claudia und Christian Schwindt, fanden den Hofflohmarkt „toll“. „Das bringt Leben in die Straße.“

Kundschaft kommt schubweise

Besonders schön und mit viele Liebe haben Conny und Oliver Ludwig ihren Hofflohmarkt gestaltet. „Ich bin eine typische Flohmarkt-Gängerin“, erzählte Conny Ludwig. Da habe sich im Laufe der Jahre viel angesammelt. Aber auch Sachen ihrer Eltern seien dabei und von ihr selbst gestaltete Collagen. „Zu Beginn des Flohmarktes kommen eher die Sammler und Frühaufsteher. Später schauen sich die stöbernden Pärchen um“, erklärte sie. Die Kundschaft komme schubweise. Da müsse man Geduld haben. „So ein Fernglas hat mein Vater auch mal gehabt“, sagte Michael Schuster. Beim Heddesheimer, der früher im Haus der Ludwigs gewohnt hatte, wurden Erinnerungen wach. Für die Gäste gab es natürlich auch eine Tasse Kaffee. Ein hübscher Pullover war Gaby Hetmanek beim Hofflohmarkt von Lisa Köstner ins Auge gestochen. „Wir sind erst am Mittwoch aus dem Urlaub zurückgekehrt, sonst hätte ich auch mitgemacht“, sagte sie. In der Maxstraße war der nächste Hofflohmarkt. Auch hier gab es vor allem viel Kinderspielzeug. Roswitha Mauser war lange Tagesmutter und will nun aufhören. In ihrem Hof saßen Nachbarn und Freunde beisammen. Viele Interessierte nicht nur aus Neckarau, sondern auch aus der Innenstadt und mehreren anderen Mannheimer Stadtteilen besuchten die Hofflohmärkte in Neckarau. Einige Besucher fuhren mit dem Fahrrad von Haus zu Haus, da die Abstände zwischen den Häusern der Teilnehmer teilweise sehr groß waren. Die Idee eines Hofflohmarktes fanden alle gut. So sind etliche Hofflohmärkte auch in anderen Stadtteilen geplant.