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Neckarau Figurentheater zeigt Kinderbuchklassiker in der Stadtbücherei

Der Maulwurf knattert leise

Archivartikel

Den Kinderbuch-Klassiker „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ brachte kürzlich die Figurenspielerin Maren Kaun auf die improvisierte Bühne der Stadtbücherei Neckarau. Der Freundeskreis der Wilhelm-Wundt-Bücherei anlässlich des Tags der Blibliotheken dazu eingeladen. Über 30 Kinder im Alter bis etwa acht Jahren, jüngere Geschwister und Eltern verfolgten gebannt, wer denn da sein Geschäft auf dem Kopf des kleinen Maulwurfs Yussuf hinterlassen hat.

Liebenswert dargestellt

So liebenswert wie die Autoren des Buches spielt Maren Kaun die Geschichte um das unappetitliche aber notwendige Stoffwechselprodukt der Tiere. Die Figurenspielerin hilft dabei dem pelzigen Insektenfresser herauszufinden, wer der Übeltäter ist. So treffen die Beiden den Vogel, dessen Hinterlassenschaft deutlich zu flüssig ist, das Pferd, das viel zu groß und viel zu schwer macht und den Hasen, der ganz kleine Köttel produziert.

Auch die Ziege macht nur trockene Köttel, das Schwein dagegen große und übel stinkende Haufen und die Kuh riesige, glibberige Fladen. Niemand ist dabei, der dem kleinen Maulwurf auf den Kopf gemacht hat. Die Fliege muss es wissen, sie frisst ja davon. Auf diese Weise kommt die Wahrheit an das Licht. Der Metzgershund Hans-Heinerich, der schnarchend unter dem Tisch liegt, war der Täter. Und den lässt man jetzt lieber weiterschlafen.

Yussuf bekommt am Schluss eine kleine Mütze zum Schutz vor weiteren Vorfällen. Die Hinterlassenschaften werden in der Erde verbuddelt und auf dem Mist wachsen hübsche Blümchen, die mit ihrem Duft angenehm in der Nase kitzeln. Mit liebenswert gestalteten Puppen bezaubert Maren Kaun die Besucher und mit witzigen Geräuschen sorgt sie für begeisterte Lacher bei den Kindern. Ihrem kleinen Maulwurf gibt sie ein leichtes Knattern mit, der Ziege ein lautes Meckern, der Kuh ein dumpfes Muh und auch der sonst stumme Hase bekommt ein leises Fiepen.

Die Zuschauer macht sie schon gleich am Anfang zu Komplizen, denn viele kennen die Geschichte und wissen, dass Hans-Heinerich der Missetäter war. Damit das Theaterstück nicht gleich zu Anfang schon zu Ende ist, hält sie dem kleinen Maulwurf die Ohren zu und behält zusammen mit den Kindern des Rätsels Lösung erst mal ganz dezent für sich.

Witzige Aufführung

Die Kinder können das Geheimnis bewahren und freuen sich ebenso wie die Eltern über die witzige Aufführung. Dem siebenjährigen Sebastian hat der kleine Maulwurf am besten gefallen, Alexandra ist vier Jahre und mag das Schwein am liebsten. Jeder darf sich noch vom Maulwurf verabschieden und dann streben alle Besucher gut gelaunt und mit viel Gesprächsstoff dem Ausgang entgegen.

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