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Herzogenried Erfolgreicher Start der neuen Reihe „Vorlesecafé“ in der Stadtbibliothek

Die Lust am Selberlesen geweckt

30 kleine und große Besucher lauschen gebannt in der Stadtbibliothek Herzogenried: Das erste Vorlesecafé begeisterte Kinder und Erwachsene so sehr, dass sie sich eine regelmäßige Vorlesestunde mit anschließendem Malen, Basteln und gemütlicher Kaffeerunde für die Eltern wünschen.

Begeistert über das Interesse

Bibliotheksleiterin Petra Göring, freute es, dass so viele kleine und große Leser zum ersten Vorlesecafé zusammen mit dem Förderverein Stadtbibliothek Herzogenried gekommen waren. „Ich leite diese Filiale seit letztem Jahr und bin begeistert über die vielen interessierten Menschen im Stadtteil“, sagte sie.

Hans-Jürg Liebert, Vorsitzender des Fördervereins, erklärte, sie wollten erst einmal gucken, wie das neue Angebot ankommt. Das Vorlesecafé finde erst mal viermal im Jahr jeweils am zweiten Donnerstag im Monat statt, könne aber je nachdem auch erweitert werden.

Die stellvertretende Vorsitzende des Förderkreises, Monika Gordt, und Vorstandsmitglied Barbara Edel stellten den Kindern das Kinderbuch „Zwei für mich, einer für dich“ von Jörg Mühle vor. Drei leckere Pilze findet der Bär auf dem Heimweg im Wald. Sein Freund, das Wiesel, schmort sie sogleich in der Pfanne. Doch dann haben die beiden ein Problem: Drei Pilze für zwei? Wie soll das gehen? Beide bringen ein Argument nach dem anderen, warum der eine mehr als der andere bekommen müsse: „Ich hab sie gefunden!“ „Ich hab sie zubereitet.“ „Aber nach meinem Rezept.“ „Ich esse Pilze lieber!“ „Ich bin größer!“ „Ich muss noch wachsen …“ Bis plötzlich ein listiger Fuchs um die Ecke biegt und sich einen Pilz schnappt. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.

In seinem neuen Bilderbuch widmet sich Jörg Mühle einem altbekannten Konflikt. Barbara Edel und Monika Gordt lasen die spannende Geschichte im Wechsel vor und zeigten dazu Bilder. Anschließend erzählten mit den Kindern, wie das so ist in ihrem Leben, und weckten die Lust am selber lesen.

„Wir kommen wieder“

Zu den Eifrigsten gehörten der dreijährige Gianluca und die vierjährige Annika. Gianluca streitet sich oft mit seinem Freund Luca: „Du bist gar nicht mehr mein Freund und hinterher sind wir doch wieder Freunde.“ Auch Annika kabbelt sich ab und zu mit ihrer großen Schwester Lena. Die Zehnjährige erklärte: „Man streitet sich immer mal und verträgt sich wieder.“ Dem neunjährigen Leon ist es ziemlich egal, was vorgelesen wird – er genießt es zuzuhören und hinterher mit seinem kleinen Bruder Noel (5 Jahre) die Bilder zu der Geschichte auszumalen. „Wir kommen nächste Mal bestimmt wieder“, versicherte Noel.

Für die Eltern – und in der Pause auch für die Kinder – gab es Kuchen und Getränke. Beata Laczynski fand: „Das Vorlesecafé ist eine wunderbare Idee.“ Vorlesen sei für Kinder sehr wichtig. Sie lese ihren Kindern jeden Abend eine Geschichte vor. Schön fand sie auch, „dass die Eltern während des Vorlesens ein bisschen Zeit für sich haben“.

Für Juliane Nackewitz vom Kinderhaus Herzogenried ist das Vorlesecafé nicht zuletzt auch Sprachförderung. Außerdem fördere es die Kommunikation zwischen den Eltern.