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Lindenhof Ärger um neuen Spielplatz im Hanns-Glückstein-Park / Geplant waren ursprünglich eine Hecke oder ein Zaun

„Diese Mauer muss einfach weg!“

Archivartikel

Auf den Plakaten am Bauzaun um den neuen Spielplatz im Hanns-Glückstein-Park steht es klar und deutlich: „Diese Mauer muss weg!“. Der Fachbereich Grünflächen und Umwelt gestaltet den Park beim Glücksteinquartier auf dem Lindenhof neu: Rasenterrassen, 35 zusätzliche Bäume und ein hochwertiger Spielparcours aus Holz. „Wir freuen uns über den schönen Park“, erklärten Bürger und Stadtteilakteure bei einer Begehung vor Ort. „Das Problem ist die Betonmauer, die um den Spielplatz an der südlichen Seite des Parks hochgezogen wurde.“

Dadurch hätten die Eltern keine Sicht auf ihre Kinder und könnten nicht sehen, wenn etwas passiert. Wolf Engelen, Freier Bezirksbeirat und Gründungsmitglied der Bürger- und Interessengemeinschaft BIG Lindenhof, berichtet: „Als die Pläne bei der Bezirksbeiratssitzung am 27. April 2016 vorgestellt wurden und klar war, dass der Spielplatz an der südlichen Ecke direkt an zwei vielbefahrenen Straßen liegen wird, haben Bezirksbeiräte und Bürger eine Abgrenzung durch einen niedrigen Zaun oder Hecke gefordert.“

Einladung zu Vandalismus

Kurt Seelert, der von seiner Wohnung aus direkt in den Park sehen kann, hat die Bauarbeiter bei der Arbeit beobachtet und sich gewundert: „Bei der Vorstellung der Pläne hatte die Mauer noch Sichtschlitze, entstanden ist eine Betonmauer.“ Klaus-Dieter Kähler vom Vorstand der BIG erklärte, diese Mauer stehe in krassem Gegensatz zu den Worten von Bürgermeisterin Kubala im Februar dieses Jahres zur geplanten Aufwertung der Innenstadtgärten: „Die Parks werden vom Straßenraum aus einsehbar, dunkle Ecken werden gelichtet, das schafft Transparenz, angenehme Blickachsen und ein verbessertes Sicherheitsempfinden.“

Hier mache sie genau das Gegenteil. „Wir waren ziemlich entsetzt, als die Mauer hochgezogen wurde um einen Spielplatz“, sagte Elisabeth Berkes-Großer. „In der Dunkelheit kann dort alles Mögliche passieren. Es ist ein Angstraum und eine Schmuddelecke.“ Die Betonmauer lade zu Vandalismus und Schmierereien ein. Außerdem stehe die Schaukel auf dem Spielplatz so dicht an der Mauer, dass Verletzungsgefahr für die Kinder bestehe. „Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala hatte bei der Vorstellung der Pläne betont, dass mit der Neugestaltung des Hanns-Glückstein-Parks eine grüne Verbindung zwischen dem bestehenden Stadtteil Lindenhof und dem neuen Hanns-Glückstein-Quartier geschaffen wird, die für alle Bürgern mehr Lebensqualität schafft“, so Engelen.

„Die Realität sieht aber anders aus, das ist ein krasser Widerspruch zu dem, was besprochen wurde“, bemängelt er. Den Antrag des Bezirksbeirats auf eine Begehung habe die Stadt abgelehnt. Diese finde erst kurz vor der Eröffnung statt, wenn schon alles fertig ist. „Das ist keine Bürgerbeteiligung“, kritisiert Engelen. Zu diesen Vorhaltungen der Bürger erklärt der Leiter des Fachbereichs Umwelt und Grünflächen Markus Roeingh: Der Planungsentwurf habe die Jury, bestehend aus den Bürgermeistern Lothar Quas und Kubala sowie Stadtvertretern überzeugt. Der Spielplatz am Rande des Parks sei Teil des Gesamtkonzepts – ein Spielplatz besonderer Ausprägung, nicht umgeben mit einer Hecke oder Zaun, sondern mit einer Mauer, damit die Kinder nicht auf die Straße laufen. Zur Sichtverbindung sagt er: „Es gibt sicher einen kleinen Raum, von dem eine Einsicht nicht möglich ist, dafür aber von allen anderen Seiten.“ Ziel des Planers sei es gewesen, von allen Straßen Wegeverbindungen zu schaffen. „Sichtschlitze in der Mauer waren im Ausführungsplan nie vorgesehen.“ Zur befürchteten Verletzungsgefahr der Kinder durch den Standort der Spielgeräte, erklärte Roeingh: „Die Geräte werden vom TÜV abgenommen.“ Mitte beziehungsweise am Ende des Sommers werde der Spielplatz eingeweiht.

Eine weitere Bürgerbeteiligung über die Bezirksbeiratssitzung, die am 27. April 2016 stattfand, hinaus sei nicht vorgesehen.