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Neckarstadt-Ost Beim 4. "HandMade Markt" im Forum geht es vor allem um Nachhaltigkeit

Dinge umgestalten als Geschäftsidee

"Die eigenen Fähigkeiten zu erkennen, ist der erste Schritt in die berufliche Zukunft", sagt Anne Kreß, Leiterin des internationalen Frauentreffs Jungbusch. Mahmood Naegina stammt aus Pakistan und ist begeistert von der Möglichkeit, ihre Produkte zu verkaufen. "Das Ganze ist eine tolle Idee, man kann jeden Tag selbstständig arbeiten", schwärmt die 60-Jährige, die jeden Mittwoch zum Frauentreff geht, um Kleidung, Taschen oder Accessoires zu nähen.

Es ist das erste Mal, dass die Frauen ihre selbstgenähten Produkte vorstellen, und "die Idee einer Änderungswerkstatt im Jungbusch steht auch schon im Raum", sagt Kreß. Der Frauentreff ist einer von über 20 Ausstellern, die im Jugendkulturzentrum Forum zusammengekommen sind, um handgemachte Arbeiten beim "HandMade Markt" zu verkaufen. Unter dem Bündnis "Kollektion Vielfalt" des Business & Bildung Vereins haben sich Näher aus fünf verschiedenen Organisationen, darunter der Frauentreff, das Projekt "Upcycling" des Jugendkulturzentrum Forums und die Justus-von-Liebig-Schule, zusammengetan, um ihre Kompetenzen und ihre nachhaltigen Produkte für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

Wie man diese handwerklichen Kompetenzen erweitern, die eigenen Fähigkeiten stärken und eine Erwerbstätigkeit erlangen kann, dafür setzt sich Margot Römmich, Geschäftsführerin des Vereins Business & Bildung, ein. Sie ist besonders stolz auf die erste Teilnahme von "Kollektion Vielfalt" beim diesjährigen HandMade Markt: "Es gibt viele Talente, die man auf den ersten Blick nicht sieht. Dies ist ein erster Schritt, raus aus dem häuslichen Umfeld, hin zum Knüpfen von Kontakten, um die eigenen Kompetenzen sichtbar zu machen und zu erweitern."

Kontakte knüpfen

Kontakte knüpfen, Netzwerke aufbauen und nachhaltige Produkte vorstellen - dafür setzen sich René Seyedi und Katharina Pfeiffer, Mitarbeiter des Forums und Veranstalter des "HandMade Makt", ein. "Wir wollen nicht das Konkurrenzgefühl, das an den Märkten vorherrscht", erklärt Pfeiffer. An diesem Tag gehe es darum, berufliche Designideen und Konzepte sowie nachhaltige Produktionsmöglichkeiten von Textilien und Accessoires vorzustellen. Der nachhaltige Konsum- und Ressourcengedanke ist bei allen Ausstellern zu sehen. Florian Funk, der sich mit seinem Verkaufskonzept "Florian Funk Unikate" vor eineinhalb Jahren in Mannheim selbstständig gemacht hat, verwendet ausschließlich alte Stoffe für seine Produktion.

Aus Knöpfen wird Schmuck, aus Möbelpolstern oder Rettungsdecken stellt er Mäppchen her und aus alten Hemden entstehen Kissenbezüge. "In der Industrie wird so viel weggeschmissen, ich wollte ein Konzept der Nachhaltigkeit präsentieren, denn alles ist wiederverwendbar", sagt Funk.

Neben dem Markt bot das Forum ein kulturelles Rahmenprogramm in den Bereichen Politik, Bildung, Musik, Tanz, Theater, Film und Design an. Workshops zum Thema Existenzgründung und Fördermöglichkeiten wurden gut besucht und rundeten die Verkaufsaktion und Idee des "Selbermachens" ab.