Stadtteile

Dranbleiben, bitte

Archivartikel

Hut ab! Dass es so viele Bürger in einem Stadtteil gibt, die sich aktiv dafür einsetzen, ein friedliches und konstruktives Miteinander zu gestalten, ist nicht selbstverständlich und auch nicht gerade üblich. Denjenigen, die sich an der Entstehung der „Jungbusch-Vereinbarung“ beteiligt haben, gebührt Respekt. Mit dem Schriftstück ist es aber nicht getan. Die Ziele stehen fest, der Einigungsprozess ist beendet – die Arbeit fängt jetzt erst an.

Die Stadt hat sich viel aufgebürdet. Aber auch die Bürger, die Hauseigentümer und Investoren, die Kreativen und die Gastronomen – sie alle haben einiges vor sich, um die Verhaltensregeln im Stadtteil durch- und umzusetzen. Es wird Gegner geben. Und Rückschläge. Weil die „Teilnahme“ freiwillig ist, sind intensive und aufreibende Gespräche zu erwarten. Das kostet Zeit und Nerven. Einige Punkte in dem Schriftstück können Ordnungshüter regeln, etwa das Falschparken oder die Lärmbelästigung. Dass sich aber jeder Hauseigentümer auf günstige Mieten einlässt oder künftig nur noch an Gastronomen vermietet, die auch ein Tagesangebot haben, ist nicht selbstverständlich. Hier ist Kommunikationsgeschick gefragt.

Der Appell heißt also: „Dranbleiben, bitte!“ Wenn die Bürger es schaffen, dass diese Vereinbarung auch künftig von den verschiedenen Interessensgruppen angenommen und umgesetzt wird, dann wird der Jungbusch ein Vorreiter sein. Andere Stadtteile, wie die Neckarstadt oder die Quadrate, könnten nachziehen.