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Neuostheim Bibelcamp begeistert in den Sommerferien 85 Grundschulkinder / Fortsetzung im nächsten Jahr

Einmal Robin Hood sein

Einmal vier Tage lang fern ab der modernen Welt – ohne Fernseher, Playstation und Computer – für viele Kinder fast nicht vorstellbar. Doch die 85 Teilnehmer des Kinderbibelcamps (KIBICAMP) auf der großen Sommerwiese der Freien Baptistengemeinde in Neuostheim ließen sich darauf ein, und hatten ihren Spaß beim Abtauchen in die Welt von Robin Hood.

Romantische Abende am Feuer

Seit 1996 erleben jedes Jahr knapp 100 Mannheimer Grundschul-Kinder ein buntes KIBICAMP zum Start der Sommerferien. Das kleine Camp auf einem überschaubaren Gelände wurde von Rüdiger Arnold (53) und Anna Koenen (19) geleitet: „Wir sehen uns als christlicher Dienst für die Stadt.“ Sie wurden dabei unterstützt von 50 Betreuern: Mitarbeitern, die das Zeltlager betreuten, Teams für Küche, Musik und Theater sowie Springern für allerlei anfallende Kleinigkeiten. Die sechs-und siebenjährigen Kinder wurden jeweils abends von ihren Eltern abgeholt und morgens wieder gebracht. Die Acht- bis Zehnjährigen übernachteten auf dem Gelände.

Die Kinder kamen aus den verschiedenen Stadtteilen in Mannheim und Orten in der Umgebung. Bei Spielen zum Kennenlernen in Kleingruppen wurden erste Kontakte geknüpft. Spiel, Spaß, Aktionen und Ermutigung standen auf dem Programm. „Eine tolle Mischung“, fand Camp-Leiter Arnold. Vergnügen mit einer dynamischen Wasserschlacht, mit packendem Theater und Musik, beim Mitsingen und Mittanzen, das hatten die Kinder in den Sommerferien verdient. Natürlich durften die romantischen Abende am Lagerfeuer mit Geschichten aus der Bibel und gemeinsamen Liedern und der obligatorische große Familiengottesdienst als Abschluss von vier erlebnisreichen Tagen nicht fehlen.

„Wir machen nicht nur Animierprogramm“, betonte Arnold. Die Kunst sei es, die Kinder immer mal wieder runterzubringen, so Arnold. „Damit die Kinder ruhig werden, erzählen wir ihnen Dinge, die sie in der Form noch nie gehört haben – von Jesus, in dem sie einen Freund haben, als Ermutigung aus der Bibel“, so Arnold. Sache der Kinder sei es, ob sie das annehmen. Das umfassende Rahmentheater war die mittelalterliche Sage von Robin Hood, eine der beliebtesten Erzählungen unserer Zeit. „Wir sind nicht in Neuostheim, sondern im Sherwood Forest“, erzählten die Betreuer den Mädchen und Jungen. Robin Hood habe die Reichen beraubt, um das Geld den Armen zu geben. „Doch Raub ist eine Sünde, aber Jesus ist auch dann noch unser Freund, wenn wir mal Mist gebaut haben“, erklärten sie. Und die wollten Robin Hood helfen, den gefangenen König Richard Löwenherz aus den Fesseln des fiesen John zu befreien.

Am Samstag fand deshalb ein großes Turnier statt, bei dem sich die einzelnen Mannschaften in verschiedenen Disziplinen – wie beispielsweise Tic Tac To, Dreibein- und Schubkarren-Rennen oder Goldstücke-Fegen – messen konnten. Mit den dabei gewonnenen Goldstücken schafften es die kleinen Freunde von Robin Hood, Richard Löwenherz freizukaufen.

„Mir gefällt eigentlich alles, ich habe viele neue Mädchen kennengelernt und die Betreuer sind sehr nett“, sagte Lara. Die Zehnjährige ist Schülerin der Alfred-Delp-Schule. Leon gefielen am meisten die Spiele, das Theater und die Lieder. „Aber auch das Essen war gut“, meinte der Zehnjährige. Der Schüler aus der Merial-Schule in Ladenburg war schon zum dritten Mal dabei, „weil es immer so schön ist“. Bei herrlichem Sommerwetter waren alle mit viel Eifer und guter Laune dabei und freuen sich schon auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr.